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Bilanz nach Handelsrecht - Lösung: Beurteilung von Sachverhalten nach steuer- und handelsrechtlichen Gesichtspunkten

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Bilanz nach Handelsrecht

Lösung: Beurteilung von Sachverhalten nach steuer- und handelsrechtlichen Gesichtspunkten

Sachverhalt 1

Es liegt ein Mietereinbau vor (H 13 II EStH). Der Kran ist eine Betriebsvorrichtung und ist ein selbständiges Wirtschaftsgut (R 13 III i.V.m. R 42 III EStR), denn es liegt kein einheitlicher Nutzungs- und Funktionszusammenhang mit dem Gebäude vor. Insbesondere ist der Kran dem Mieter als wirtschaftlichen Eigentümer zuzurechnen, er gehört zum notwendigen Betriebsvermögen der KG.

Schließlich ist der Kran ein abnutzbarer Vermögensgegenstand bzw. ein abnutzbares Wirtschaftsgut und insbes. beweglich (R 42 III EStR), außerdem ist der Kran Teil des Anlagevermögens, denn er dient dauernd dem Geschäftsbetrieb (§ 247 II, R 32 I EStR). Der Bilanzausweis erfolgt unter den technischen Anlagen und Maschinen (§ 266 II A II 2 HGB). Bewertet wird der Kran bei seiner Fertigstellung (!) mit den Herstellungskosten (§ 253 I HGB, § 6 I Nr. 1 EStG i.V.m. § 255 II HGB). Zusätzlich wird planmäßig abgeschrieben.

Merke

Die abziehbare Vorsteuer ist keine Aufwendung im Sinne des § 255 II HGB, sie ist nicht Teil der Herstellungskosten, siehe hierzu auch § 9b EStG.


Die Abschreibung bemisst sich nach

AB = AK∙0,25∙(5/12)

= 68.000∙0,25∙(5/12)

= 17.000∙(5/12)

=7.083,33€.


Man rechnet

Herstellungskosten 68.000 €

abzgl. planmäßiger Abschreibungen/AfA. Linear 7.083,33 €

Bilanzausweis am 31.12.2015 60.916,67 €

b) Die Buchungen lauten

TAM 68.000 an
sonst. VG (Vorsteuer) 12.920 an Privatentnahmen 80.920
Abschreib. auf Sachanlagen an TAM 7.083,33

Sachverhalt 2

Es liegt eine Rückstellung für ungewisse Verbindlichkeiten vor nach § 249 I 1 HGB. Hierfür gilt eine Passivierungspflicht. In die Steuerbilanz ist diese nach der Maßgeblichkeit zu übernehmen (§ 5 I 1 EStG, R 31 c I, II EStR).

Methode

Nicht hingegen handelt es sich um eine Rückstellung für unterlassene Instandhaltungen. Es liegt also keine Aufwandsrückstellung vor, sondern eine ungewisse Verbindlichkeit.


Zur Bewertung der Rückstellung ist zu sagen, dass diese nach vernünftiger kaufmännischer Beurteilung bemessen werden muss (§ 253 I 2 HGB), also mit den geschätzten Kosten von 10.500 €.

Es liegt weiterhin keine Belastung in Höhe der Vorsteuer vor. Die zukünftig abziehbare Vorsteuer ist also nicht Teil der Rückstellung.

Buchungssatz

Man bucht

sonstiger betriebl. Aufwand an sonstige Rückstellungen 10.500