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Bilanz nach Handelsrecht - Methodenwechsel

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Bilanz nach Handelsrecht

Methodenwechsel

Wichtig zum Anfang:

  • es lässt sich ausschließlich von der geometrisch-degressiven zur linearen Abschreibung wechseln, nicht aber umgekehrt.
  • Und außerdem: eine geometrisch-degressive Abschreibung ist steuerrechtlich nur noch möglich für Wirtschaftsgüter, die vor dem 31.12.2010 angeschafft wurden!

Ein Methodenwechsel ist speziell zwischen der geometrisch-degressiven und der dann irgendwann folgenden linearen Abschreibung üblich. Man wechselt speziell in jenem Jahr, in dem die lineare Abschreibung zum erstenmal höher ist als jener Betrag, der sich bei geometrisch-degressiver Abschreibungen ergibt. Im obigen Beispiel rechnet man dann 0,2·12.000 = 2.400 € Abschreibung im ersten Jahr, wenn man geometrisch-degressiv abschreibt. Wenn man linear abschreibt, kalkuliert man 12.000/10 = 1.200 €. Für das zweite Jahr rechnet man 9.600∙0,2 = 1.920 € für die geometrisch-degressive Abschreibung, hingegen 9.600/9 = 1.066,67 € für die lineare Abschreibung usw. Man erhält (wenn hier auf einen Restbuchwert am Ende von 0 € abgeschrieben werden soll)

Jahr

AB geom.-degr.

Abschr. linear

Restbuchwert

1

2.400,00

1.200,00

9.600

2

1.920,00

1.066,67

7.680

3

1.536,00

960,00

6.144

4

1.228,80

877,71

4.915,20

5

983,04

819,20

3.932,16

6

786,43

786,43

3.145,73

7

629,15

786,43

2.359,30

8

471,86

786,43

1.572,87

9

314,57

786,43

786,43

10

157,29

786,43

0,00

Abschreibungswechsel von degressiv nach linear

Methode

Man könnte meinen, dass in der Spalte der linearen Abschreibung immer dieselbe Zahl, nämlich 1.200 € stehen müsse, weil doch Kennzeichen der linearen Abschreibung ist, dass immer derselbe Betrag abgeschrieben wird. Der Punkt ist nur, dass wir im Jahre 1, genau so im Jahre 2 usw. noch gar nicht angefangen haben, linear abzuschreiben. Erst ab dem Jahr 6 wird linear abgeschrieben, davor lediglich geometrisch-degressiv. Also fragt man sich z.B., wie hoch die lineare Abschreibung im Jahre 2 denn wäre, wenn sie erfolgen würde. Sie läge bei 9.600/9 = 1.066,67, denn wir möchten ja ausgehend vom Restbuchwert von 9.600 € in neun Jahren Restabschreibung auf 0 € Endwert kommen.

Wenn man den Abschreibungsprozentsatz d anwendet, so erhält man bei einer Nutzungsdauer von n Jahren das optimale Wechseljahr durch die Formel

ND* = n + 1 – 1/d,

im vorliegenden Beispiel rechnet man daher

ND* = 10 + 1 – 1/0,2

= 11 - 5

= 6

und erhält also genau jenes Wechseljahr, das wir auch in der Tabelle als solches erkannt hatten.

Beachte nochmals:

steuerlich ist derzeit lediglich eine geometrisch-degressive Abschreibung mit 25 % erlaubt und auch nur für jene beweglichen Wirtschaftsgüter, die bis zum Ende des Jahres 2010 angeschafft wurden.