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Bilanz nach Handelsrecht - Lösung: Forderungen

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Bilanz nach Handelsrecht

Lösung: Forderungen

Generell ist zunächst zu sagen, dass Forderungen nicht dauernd dem Geschäftsbetrieb dienen, sie also nach § 247 II HGB zum Umlaufvermögen gehören. Für das Umlaufvermögen gilt das strenge Niederstwertprinzip, d.h. selbst bei einer nur vorübergehenden Wertminderung muss auf den niedrigeren Wert aus fortgeführten Anschaffungs- oder Herstellungskosten und Börsen- oder Marktpreis abgeschrieben werden.

a) Die Forderung ist nicht mehr werthaltig, denn allein dass Hubert die Möglichkeit der Einrede der Verjährung hat, reicht hierfür aus. Die Forderung muss daher komplett abgeschrieben werden.

b) Fraglich ist, wie viel die Forderung heute, also Ende des Jahres, wert ist. Man zinst die Forderung ab auf 10.000/1,083 = 7.938,32 €. Die Forderung ist am Ende des Jahres 2018 also 10.000 € wert, heute (zum 31.12.2015) hingegen lediglich 7.938,32 €.

c) Es handelt sich am 31.12.2016 um eine voll werthaltige Forderung aus Lieferungen und Leistungen. Es erfolgt eine Bilanzierung zum Nennwert in Höhe von 20.000 €.

d) Es handelt sich um eine Forderung gegen ein beteiligtes Unternehmen.

Methode

Man spricht bei einer Beteiligung ab 20 % von einer Forderung gegen ein beteiligtes Unternehmen. Ab einer Beteiligungsquote von 50 % zzgl. einer Stimme handelt es sich um eine Forderung gegen ein verbundenes Unternehmen. Die Vermutung ist allerdings widerlegbar. Hierzu muss man nachweisen, dass man die Beteiligung lediglich aus kurzfristigen Geldanlagemotiven bzw. Spekulationsgründen hält.

e) Nach der o.e. Regel spricht man von einer Forderung gegen ein verbundenes Unternehmen.

f) Die Forderung von 500∙4 = 2.000 € ist nur noch zu 30 % werthaltig und muss entsprechend außerplanmäßig abgeschrieben werden. Die außerplanmäßige Abschreibung lautet auf 0,7∙2.000 = 1.400 €.

g) Die Forderung wurde eingebucht mit 1.000/1,2 = 833,33 €. Ende des Jahres ist nur noch 1.000/1,4 = 714,29 € zu erwarten. Die Forderung ist damit abzuwerten in Höhe von 119,04 €.

Beispiel

Beachte den Unterschied zwischen den Notierungen bei Wechselkursen. Die sog. Mengennotierung bezeichnet den Preis einer inländischen Geldeinheit, in ausländischen Geldeinheiten gemessen. IN der Aufgabenstellung ist die Mengennotierung angegeben. So ist Ende Februar 1 € dann 1,2 Dollar wert, d.h. 1 Dollar ist 0,83 € wert. Damit gilt aber, dass der Gesamtwert der Forderung dann Ende Februar bei 1.000 Dollar, d.h. umgerechnet in Euro bei 833 € liegt.

Es existiert auch die sog. Preisnotierung. Diese gibt den Wert einer ausländischen Geldeinheit in inländischen Geldeinheiten an. So ist 1 US-Dollar also Ende Februar 0,83 € wert.