Auf einen Blick
| Kennzahl | Wert | Einordnung |
|---|---|---|
| Bestehensquote schriftlich (FP 2026) | 45,5 % | −2,4 Pp ggü. HP 2025, +5,1 Pp ggü. FP 2025 |
| Durchschnitt der letzten fünf Termine | 48,2 % | FP 2026 liegt 2,7 Pp unter dem Mittel |
| Schwierigste Aufgabenstellung der FP 2026 | AS 1 — Geschäftsvorfälle | Ø 47,0 Pkt., 3,0 Pkt. unter Bestehensgrenze |
| Fast-Besteher (2 von 3 Aufgaben bestanden) | 24,6 % (n = 73) | Würden bei vorgeschlagener Neuregelung entlastet |
| Datengrundlage Längsschnitt | n = 1.675 (4 Termine) | Stabile Basis für regionale Auswertungen |
1. Datenbasis und Methodik
297 Teilnehmende der schriftlichen Bilanzbuchhalter-Prüfung haben die Umfrage zur FP 2026 nach Plausibilitätsprüfung valide ausgefüllt. Die IHK veröffentlicht ausschließlich aggregierte Jahreswerte über schriftlichen und mündlichen Teil zusammen — eine Auswertung nur der schriftlichen Prüfung lässt sich daraus nicht ableiten. Diese Umfrage schließt genau diese Lücke.
Über vier aufeinanderfolgende Termine (HP 2024 bis FP 2026) liegen inzwischen 1.675 valide Rückmeldungen vor, davon 1.100 Erstversuche. Damit lassen sich erstmals belastbare Längsschnittaussagen ableiten — vor allem zu regionalen Unterschieden, die in einzelnen Terminen mit kleinen Fallzahlen kaum interpretierbar wären.
Ein paar Hinweise zur Methodik:
- Alle Quoten sind gerundet auf eine Nachkommastelle.
- Bei der Kammer-Auswertung nutzen wir Wilson-95-%-Vertrauensbereiche. Faustregel: Je kleiner n, desto breiter das Intervall — und desto vorsichtiger sollte die Rangfolge gelesen werden.
- "Fast-Besteher" = wer in zwei der drei Aufgabenstellungen mindestens 50 Punkte erreicht hat, in der dritten aber drunter geblieben ist.
- "Knock-out-Klausel" = die aktuelle Prüfungsordnung verlangt in jeder einzelnen Aufgabenstellung mindestens 50 Punkte. Nur die Gesamtpunktzahl reicht nicht.
2. Bestehensquote: 45,5 %
135 von 297 Teilnehmenden haben bestanden — eine Bestehensquote von 45,5 %. Das sind 2,4 Prozentpunkte weniger als im Herbst 2025 (47,9 %), aber 5,1 Prozentpunkte mehr als im Frühjahr 2025 (40,4 %).
3. Bestehensquote im Zeitverlauf
Über fünf Termine bewegt sich die Bestehensquote zwischen 40,4 % (FP 2025) und 54,6 % (FP 2024). Die FP 2026 liegt mit 45,5 % unter dem 5-Termin-Mittel von 48,2 %, aber klar über dem Tiefpunkt.
Eine klare Trendwende lässt sich aus der Reihe noch nicht ablesen. Stabil ist: Die schriftliche Prüfung hat sich seit FP 2024 strukturell verändert und liegt im Schnitt rund zehn Prozentpunkte unter dem Niveau der frühen 2020er Jahre.
4. Aufgabenstellung 1 wird zum kritischen Punkt
Die mittleren Punktzahlen je Aufgabenstellung erzählen die zentrale Geschichte dieser FP 2026:
- AS 1 (Geschäftsvorfälle): Ø 47,0 Punkte — 3,0 Punkte unter der Bestehensgrenze, 5,9 Punkte schlechter als in der FP 2025.
- AS 2 (Jahresabschlussanalyse): Ø 60,8 Punkte — solide, deutlich über der Bestehensgrenze, leichter Aufwärtstrend.
- AS 3 (Steuerlehre, KLR): Ø 52,2 Punkte — etwas besser als in der FP 2025 (46,8) und HP 2025 (51,5).
AS 3 bleibt im Mehrjahresvergleich die im Schnitt anspruchsvollste Aufgabenstellung. In der Frühjahrsprüfung 2026 führt jedoch vor allen AS 1 dazu, dass Teilnehmende trotz guter Ergebnisse in den anderen Aufgabestellungen scheitern.
5. Wer scheitert woran?
Die Trennschärfe zeigt, in welcher Aufgabe der Punkteabstand zwischen Bestehenden und Nicht-Bestehenden am größten ist. AS 3 liegt mit 19,0 Punkten Differenz an der Spitze, knapp gefolgt von AS 1 (17,8 Punkte) und AS 2 (16,1 Punkte). Die drei Werte liegen eng zusammen — Bestehende sind in jeder Aufgabe rund 16 bis 19 Punkte stärker.
Wichtig: Trennschärfe und Knock-out-Wirkung sind zwei verschiedene Dinge. AS 3 trennt die Gruppen am stärksten — wer dort stark ist, sticht heraus. Der akute Knock-out passiert in der FP 2026 aber bei AS 1, weil der Gesamtdurchschnitt (47,0 Punkte) bereits unter der Bestehensgrenze liegt.
Noch klarer wird das Bild bei den Fast-Bestehern — den 73 Personen, die zwei von drei Aufgaben bestanden haben:
- In der FP 2025 scheiterten 80,5 % von ihnen an AS 3.
- In der HP 2025 waren es 50,7 % an AS 3 und 39,7 % an AS 1.
- In der FP 2026 sind es 64,4 % an AS 1, nur noch 31,5 % an AS 3.
Die strukturelle Schwere von AS 3 bleibt im langen Mittel bestehen. Die kritische Knock-out-Aufgabe der FP 2026 ist trotzdem AS 1.
6. Fast-Besteher: ein Viertel scheitert knapp
24,6 % aller Teilnehmenden (73 Personen) haben zwei von drei Aufgabenstellungen bestanden. Diese Gruppe sitzt nicht nur nahe an der Bestehensgrenze — sie verfehlt sie häufig an einer einzigen Aufgabe.
Rechnerisch: Unter einer reinen Schnittregel (Durchschnitt ≥ 50 Punkte, wie unter VO 2015 üblich) hätten 200 der 297 Teilnehmenden bestanden — 65 Personen mehr als unter der heutigen Regelung. Diese 65 Personen (21,9 % aller Geprüften) scheitern damit allein an der Einzel-Aufgabenhürde, nicht am Gesamtwissen. Das sind 40,1 % aller Durchgefallenen.
Die Knock-out-Klausel ist also keine Kleinigkeit. Sie entscheidet in jeder Prüfung über das Schicksal eines deutlich zweistelligen Prozentsatzes der Teilnehmenden.
An welcher Aufgabe stoppt der Knock-out?
Die 65 Knock-out-Verlierer hatten zwar genug Gesamtpunkte zum Bestehen, sind aber an einer einzelnen Aufgabenstellung gescheitert. Welche war das?
- AS 1 (Geschäftsvorfälle): 36 Personen (55 %)
- AS 3 (Steuerlehre, KLR): 26 Personen (40 %)
- AS 2 (Jahresabschlussanalyse): 3 Personen (5 %)
Mehr als die Hälfte aller Knock-out-Verlierer fällt in AS 1 unter die 50-Punkte-Marke. Das deckt sich exakt mit der Mittelwert-Beobachtung aus Abschnitt 4: AS 1 ist die akute Knock-out-Aufgabe der FP 2026. AS 2 bleibt erwartbar unauffällig — wer hier scheitert, scheitert in der Regel inhaltlich auf breiter Linie und landet gar nicht erst in der Knock-out-Zone.
7. Der zweite Versuch bleibt die kritische Hürde
Wer zum ersten Mal antritt, besteht in der FP 2026 mit 48,5 % — leicht über dem Gesamtdurchschnitt. Beim zweiten Versuch fällt die Quote auf 34,5 % — der niedrigste Wert in der Versuchsstaffel und 5,8 Prozentpunkte unter dem HP-2025-Wert.
Auffällig: Ab dem dritten Versuch steigen die Chancen wieder (48,6 %), und beim vierten oder späteren Versuch liegen die Chancen bei 85,7 %. Die kleinen Fallzahlen ab dem dritten Versuch (n = 35 bzw. 7) sind aber zu beachten.
Methodisch aussagekräftiger ist der Erstversuchs-Wert: Er reduziert die Verzerrung durch die Wiederholer. Über vier Termine liegt die Erstversuchsquote im Schnitt 2,7 Prozentpunkte über der Gesamtquote — der Abstand bleibt erstaunlich stabil.
Konsequenz für Wiederholer: Die Prüfung wird mit jedem Anlauf nicht objektiv schwerer. Aber wer dieselbe Vorbereitungsstrategie wiederholt, wiederholt häufig auch das Ergebnis. Strukturierte Wiederholer-Vorbereitung lohnt sich messbar — der examio-Wiederholer-Lehrgang erreichte in der HP 2025 eine Bestehensquote von 51,6 % und liegt damit klar über dem Durchschnitt der Wiederholer.
8. Regionale Unterschiede — bitte mit Vorsicht lesen
Einzelne Prüfungstermine liefern pro Kammer zu kleine Fallzahlen, um Rangfolgen seriös abzuleiten. Über vier Termine kumuliert ist das Bild deutlich belastbarer.
Über alle Versuche und 4 Termine (n = 1.675) liegt der Mittelwert bei 45,7 %. Sieben Kammern mit n ≥ 50 sind statistisch belastbar (München und Oberbayern, Münster, Schwaben/Augsburg, Hamburg, Berlin, Köln, Saarland). Innerhalb dieser Gruppe reicht die Spanne von Saarland (58,1 %) bis Berlin (32,6 %).
Was die Querstriche bedeuten. Sie zeigen den Vertrauensbereich (95 %): den Bereich, in dem die "wahre" Quote vermutlich liegt. Je kürzer der Strich, desto verlässlicher der Wert. Bei nur 20 Teilnehmenden ist der Strich rund ±19 Prozentpunkte breit — Trier mit 70,0 % könnte in Wahrheit irgendwo zwischen 48 % und 86 % liegen.
Was du daraus nicht folgern solltest:
- "IHK X ist objektiv leichter oder schwerer." Bei den meisten Kammern überlappen sich die Vertrauensbereiche stark. Nur die sieben Kammern mit n ≥ 50 sind halbwegs belastbar — und auch dort sind die Differenzen kleiner als sie wirken.
- "Bei IHK Y bestehe ich wahrscheinlicher." Die Quote sagt nichts über deine persönlichen Chancen.
Mögliche Verzerrungen:
- Selbstselektion. Wer freiwillig antwortet, ist nicht repräsentativ — Frust und Stolz motivieren überdurchschnittlich.
- Wiederholer-Anteil. Kammern mit vielen Zweit- und Drittversuchen sehen schlechter aus, weil Wiederholer im Schnitt schwächer abschneiden.
- Aufgabenmix. Die Prüfungsaufgaben sind bundesweit identisch — Unterschiede entstehen vor allem durch Vorbereitungswege und Bewerberstruktur, nicht durch die IHK selbst.
Wer ausschließlich Erstversuche betrachtet (n = 1.100), sieht ein leicht günstigeres Bild: Der Mittelwert liegt bei 48,3 % — 2,6 Prozentpunkte über der Gesamtquote. Vier Kammern erreichen hier eine belastbare Stichprobe (München und Oberbayern, Münster, Schwaben/Augsburg, Hamburg). Münster verbessert sich beim Filter auf Erstversuche von 46,2 % auf 51,5 %, München bleibt bei 44–45 %. Die Rangfolge verschiebt sich also je nach Filter.
Fazit: Die Grafik ist ein Stimmungsbild, kein Ranking. Sie zeigt vor allem eines: Die Bestehensquote schwankt — und Stichprobengröße schlägt Einzelwert. Wer aus dem Kreis seiner Kammer hört "bei uns besteht keiner", sollte die Mehrjahresdaten dagegenstellen.
9. Drei Regelwerke im Vergleich
Die Prüfungsordnung entscheidet — bei gleicher Leistung — über das Ergebnis. Wir haben durchgerechnet, wie viele der 297 Teilnehmenden unter drei Regelwerken bestanden hätten:
- Aktuelle Prüfungsordnung (3-aus-3, je ≥ 50 Punkte): 135 bestanden (45,5 %).
- Alte VO 2015 (Gesamtschnitt ≥ 50 Punkte): 200 bestanden (67,3 %).
- Diskutierter Neuregelungsvorschlag (zwei Aufgabenstellungen ≥ 50 Punkte UND die dritte ≥ 30 Punkte → nur die fehlende Aufgabe wird nachgeschrieben): 135 bestehen direkt, 69 weitere (23,2 %) müssten nur eine Aufgabe nachschreiben.
Wichtig zur Präzisierung: Die ≥-30-Punkte-Hürde in der dritten Aufgabe ist Teil der diskutierten Neuregelung. Sie schließt jene aus, die in einer Aufgabe komplett unter dem Niveau bleiben. Von den 73 Fast-Bestehern (zwei AS bestanden, eine nicht) erfüllen 69 diese zusätzliche Bedingung — vier liegen in der fehlenden Aufgabe unter 30 Punkten und müssten weiter komplett wiederholen.
In einem Satz: 42,6 % aller Durchgefallenen und 94,5 % der Fast-Besteher würden unter dem Neuregelungsvorschlag entlastet — also fast die gesamte Gruppe, die fachlich nahezu am Ziel war.
Das ist keine Forderung, sondern eine Datenbeobachtung. Wer politisch über die Verhältnismäßigkeit der Knock-out-Klausel diskutieren möchte, hat damit eine konkrete Zahl.
10. Notenspiegel
Der Notenspiegel zeigt für alle 297 Teilnehmenden, wie sich die Punkte auf die sechs Notenstufen verteilen — je Aufgabenstellung und in der Gesamtsicht.
Besonders auffällig in AS 1: 51 % landen in der Stufe "Ausreichend" (50–66 Punkte) — gerade bestanden — und weitere 33 % in "Mangelhaft" (30–49 Punkte). Zusammen liegen 84 % aller Teilnehmenden in einem 36-Punkte-Korridor direkt um die Bestehensgrenze. Wer hier hängenbleibt, scheitert oft nur knapp.
AS 2 zeigt ein deutlich entspannteres Bild: 81 % bestehen, der mittlere Cluster liegt bei "Ausreichend" bis "Befriedigend". AS 3 liegt mit 64 % Bestehensquote dazwischen — und bestätigt damit seine Rolle als anspruchsvollste Aufgabe im Mehrjahresmittel.
11. Vorbereitungswege — was hat funktioniert?
Der Vorbereitungsweg ist mit Abstand die häufigste Frage von zukünftigen Teilnehmenden. Die Verteilung in der FP 2026:
- Onlinekurs (n = 166): Bestehensquote 47,6 % — die größte Gruppe, leicht über dem Schnitt.
- Präsenzkurs (n = 69): 36,2 % — unter dem Gesamtschnitt.
- Fernstudium (n = 22): 40,9 % — moderat.
- Eigenregie (n = 27): 66,7 % — mit Vorsicht zu lesen; sehr kleine Fallzahl und wahrscheinlich starker Selbstselektionseffekt (oft hohe einschlägige Berufspraxis).
Onlinekurse sind die mit Abstand häufigste Vorbereitungsform und schneiden in der direkten Quote besser ab als Präsenz- oder Fernformate. Das deckt sich mit dem Trend der Vorjahre. Wichtig: Die Daten zeigen einen Zusammenhang, keinen Kausalbeweis. Wer in Eigenregie lernt, bringt typischerweise andere Voraussetzungen mit als ein Einsteiger im Präsenzkurs.
12. Wartezeit auf das schriftliche Ergebnis
81,5 % der Teilnehmenden erhielten ihr Ergebnis innerhalb von 10 Wochen — leicht schneller als im Herbst 2025 (79,5 %, bibukurse.de). Der Schwerpunkt liegt bei 6–8 Wochen (44,3 %), gefolgt von 8–10 Wochen (27,7 %). Nur 3,7 % mussten länger als 12 Wochen warten.
Schnelle Kammern sind kein Zufall: 9,5 % der Teilnehmenden hatten ihr Ergebnis schon in unter sechs Wochen. Wer einen Wiederholungstermin plant, sollte die Bekanntgabezeit der eigenen Kammer kennen — sie entscheidet, wie viel Vorbereitungszeit realistisch bleibt.
13. Personas: Wer sind die 297?
Damit die Zahlen greifbar werden, drei stilisierte Profile aus der Stichprobe (anonymisiert, repräsentativ für je eine Gruppe):
- Tobias, 32, Erstversuch, Onlinekurs. Fünf Monate parallel zum Job gelernt, vier von fünf Original-Klausuren komplett durchgearbeitet. Punktzahlen: AS 1: 54, AS 2: 72, AS 3: 58. Bestanden.
- Anna, 41, Erstversuch, Onlinekurs. Klausurenkurs mit Korrekturservice gemacht, AS 2 sehr stark — in AS 1 hat ein Aufgabenteil zur Ergebnisrechnung mehr Zeit gefressen als geplant. Punktzahlen: AS 1: 46, AS 2: 78, AS 3: 62. Fast-Besteher — eine Aufgabe knapp verfehlt.
- Sven, 38, zweiter Versuch, Präsenzkurs. Im ersten Anlauf an AS 3 gescheitert, im zweiten an AS 1. Punktzahlen: AS 1: 41, AS 2: 64, AS 3: 56. Nicht bestanden.
Annas Profil ist die statistisch typischste Form des Scheiterns in der FP 2026 — und der direkteste Adressat eines Neuregelungsvorschlags.
14. Datengetriebene Empfehlungen für die HP 2026
Aus den FP-2026-Daten — keine Pauschalratschläge, sondern an die aktuelle Datenlage angepasst:
- AS 1 ernst nehmen. Die mittlere Punktzahl ist erstmals unter die Bestehensgrenze gefallen. Wer im Probetraining unter 55 Punkten in AS 1 schreibt, sollte hier zuerst nachsteuern — vor allem bei Geschäftsvorfällen mit Ergebnisrechnungs-Bezug.
- AS 3 nicht vernachlässigen. Im Mehrjahresmittel bleibt AS 3 die schwierigste Aufgabenstellung. Die Schwerpunktverschiebung der FP 2026 ist kein Anlass, AS 3 zu deprioritisieren.
- Original-Klausuren durcharbeiten. Über alle Termine hinweg zeigt sich, wer mit Klausuren auf IHK-Niveau unter Prüfungsbedingungen geübt hat, hat häufiger bestanden.
- Den zweiten Versuch anders vorbereiten als den ersten. Die Quote von 34,5 % zeigt: Dieselbe Strategie führt häufig zum selben Ergebnis. Eine ehrliche Schwächenanalyse vor der zweiten Anmeldung lohnt sich — strukturierte Wiederholer-Lehrgänge schneiden in den Daten messbar besser ab.
- Früh anfangen. Quer durch die Freitextrückmeldungen ist "zu spät angefangen" der am häufigsten genannte Fehler. 4–6 Monate kontinuierliche Vorbereitung neben dem Beruf gelten als realistisches Minimum.
15. Fazit
Die FP 2026 ist kein Ausreißer — sie liegt im erwartbaren Korridor der letzten fünf Termine, allerdings unter dem 5-Termine-Mittel. Drei Befunde stechen heraus:
Erstens: Aufgabenstellung 1 ist erstmals zur unmittelbaren Knock-out-Aufgabe geworden. AS 3 bleibt im Mehrjahresmittel die strukturell anspruchsvollste Aufgabe; die akute Schwerpunktverschiebung verändert aber die Vorbereitungspriorität.
Zweitens: 21,9 % aller Teilnehmenden hätten mit ihrer Gesamtpunktzahl bestanden, sind aber an der Einzelhürde gescheitert. Die Diskussion um die Verhältnismäßigkeit der Knock-out-Klausel hat damit eine konkrete Zahl.
Drittens: Über 1.675 Rückmeldungen aus vier Terminen ist die regionale Streuung kleiner, als einzelne Prüfungstermine vermuten lassen. Wer aus dem Kreis seiner Kammer hört "bei uns besteht keiner", sollte die Mehrjahresdaten dagegenstellen.
Wer für die HP 2026 plant, fängt jetzt an — mit AS 1 zuerst und einer Vorbereitung, die alle drei Aufgabenstellungen gleichwertig trainiert.
Methodik in Kürze
- Stichprobe: 297 valide Rückmeldungen zur schriftlichen Prüfung FP 2026 (von 320 eingegangenen, nach Plausibilitätsprüfung).
- Längsschnitt: HP 2024 bis FP 2026, kumuliert 1.675 Antworten (1.100 Erstversuche).
- Vergleich Vorjahre: Werte zu HP 2024, FP 2025, HP 2025 aus bibukurse.de.
- Vertrauensbereiche: Wilson-95-%-Intervalle für Kammer-Quoten.
- Hinweis: Selbstauskünfte; nicht repräsentativ für die amtliche IHK-Statistik. Die tatsächlichen amtlichen Quoten können abweichen.














