a) Kapitalbedarf = (Kapitalbindungsdauer − Lieferantenzahlungsziel) · Ø ausgabewirksame Kosten je Tag
Kostenart | Bindungsdauer in Tagen | € je Tag | Kapitalbedarf in € |
Material | 20 + 10 + 15 + 30 − 25 = 50 | 3.000 | 150.000 |
Fertigungslöhne | 10 + 15 + 30 = 55 | 2.000 | 110.000 |
Verwaltungs- und Vertriebsgemeinkosten | 20 + 10 + 15 + 30 = 75 | 1.000 | 75.000 |
Kapitalbedarf Umlaufvermögen | 335.000 | ||
+ Maschinen und Betriebs- und Geschäftsausstattung | 400.000 | ||
+ Gründungs- und Ingangsetzungsausgaben | 20.000 | ||
= Gesamtkapitalbedarf | 755.000 |
Beim Material wird das Lieferantenziel abgezogen, weil das Material erst nach Ablauf des Zahlungsziels bezahlt wird. Die Fertigungslöhne binden Kapital erst ab Fertigungsbeginn, die Verwaltungs- und Vertriebsgemeinkosten während der gesamten Kapitalbindungsdauer.
b) Neue Bindungsdauern: Material 20 + 10 + 15 + 20 − 40 = 25 Tage, Fertigungslöhne 10 + 15 + 20 = 45 Tage, Gemeinkosten 20 + 10 + 15 + 20 = 65 Tage.
Kapitalbedarf Umlaufvermögen: 25 · 3.000 + 45 · 2.000 + 65 · 1.000 = 75.000 + 90.000 + 65.000 = 230.000 €. Der Kapitalbedarf für das Umlaufvermögen sinkt um 335.000 − 230.000 = 105.000 €.
c) Weitere Maßnahmen (zwei genügen): Lagerdauer der Rohstoffe oder Fertigerzeugnisse verkürzen (z. B. Just-in-time-Belieferung), Fertigungsdauer verkürzen, Anlagen leasen statt kaufen, Forderungen verkaufen (Factoring), Kunden Skonto für schnelle Zahlung gewähren.
Folge eines zu niedrig ermittelten Kapitalbedarfs: Die bereitgestellten Mittel reichen nicht aus; es entstehen Liquiditätsengpässe, teure kurzfristige Kredite werden nötig, im Extremfall droht Zahlungsunfähigkeit. (Ein zu hoch ermittelter Kapitalbedarf verursacht dagegen unnötige Zinskosten.)