a) Formeln:
Anlagendeckung I in % = Eigenkapital ÷ Anlagevermögen · 100
Anlagendeckung II in % = (Eigenkapital + langfristiges FK + mittelfristiges FK) ÷ Anlagevermögen · 100
Liquidität 2. Grades in % = (liquide Mittel + Forderungen) ÷ kurzfristiges Fremdkapital · 100
Verschuldungskoeffizient = Fremdkapital ÷ Eigenkapital
Kennzahl | 2026 | 2027 |
Anlagendeckung I | 1.500 ÷ 2.400 · 100 = 62,5 % | 1.550 ÷ 3.000 · 100 = 51,7 % |
Anlagendeckung II | (1.500 + 900 + 300) ÷ 2.400 · 100 = 112,5 % | (1.550 + 1.000 + 200) ÷ 3.000 · 100 = 91,7 % |
Liquidität 2. Grades | (300 + 700) ÷ 1.300 · 100 = 76,9 % | (100 + 650) ÷ 1.650 · 100 = 45,5 % |
Verschuldungskoeffizient | 2.500 ÷ 1.500 = 1,67 | 2.850 ÷ 1.550 = 1,84 |
b) 2026 war die goldene Bilanzregel im weiteren Sinne mit einer Anlagendeckung II von 112,5 % eingehalten; das Anlagevermögen und ein Teil des Umlaufvermögens waren langfristig finanziert. 2027 liegt die Anlagendeckung II mit 91,7 % unter 100 %: Ein Teil des Anlagevermögens ist kurzfristig finanziert, die Fristenkongruenz ist verletzt. Die Liquidität 2. Grades sinkt von 76,9 % auf 45,5 % und liegt deutlich unter dem Zielwert von 100 %; die kurzfristigen Verbindlichkeiten sind nicht mehr durch liquide Mittel und Forderungen gedeckt.
Ursache: Die Investition in die Halle (Zunahme des Anlagevermögens um 600 T€) wurde überwiegend kurzfristig finanziert (Zunahme des kurzfristigen Fremdkapitals um 350 T€) und aus den liquiden Mitteln bezahlt (Abnahme um 200 T€). Der Verschuldungskoeffizient liegt mit 1,84 noch unter dem Richtwert von 2, steigt aber.
c) Mögliche Maßnahmen (zwei genügen): Umschuldung der kurzfristigen Verbindlichkeiten in ein langfristiges Investitionsdarlehen, Erhöhung des Eigenkapitals (Einlagen der Gesellschafter, Aufnahme neuer Gesellschafter, Thesaurierung von Gewinnen), Sale-and-lease-back der Halle, Verkauf nicht betriebsnotwendigen Anlagevermögens.