Eine einzelne Kennzahl sagt für sich wenig aus. Aussagekraft gewinnt sie erst im Vergleich:
- Zeitvergleich (innerbetrieblicher Periodenvergleich): Die eigenen Kennzahlen werden über mehrere Geschäftsjahre (in der Regel zwei bis fünf) betrachtet, um Entwicklungstendenzen zu erkennen. Dabei ist zu prüfen, ob sich Bilanzierungs- oder Bewertungsmethoden geändert haben, die eine Veränderung nur vortäuschen.
- Betriebs- bzw. Branchenvergleich (zwischenbetrieblicher Vergleich): Die Kennzahlen werden mit denen von Wettbewerbern oder mit Branchendurchschnitten (Richtzahlen) verglichen. Voraussetzung ist vergleichbares Zahlenmaterial (gleiche Branche, ähnliche Größe, gleiche Rechnungslegung, aufbereitete Werte).
- Soll-Ist-Vergleich (Plan-Ist-Vergleich): Die Ist-Werte werden mit Plan- oder Zielwerten verglichen; Abweichungen sind Ausgangspunkt für Maßnahmen.
- Innerbetrieblicher Vergleich von Unternehmensteilen (Segmentvergleich), siehe Lerneinheit „Segmentberichterstattung“.
Die Kennzahlenanalyse gliedert sich in die Analyse der Kapitalverwendung (Investitionsanalyse, Vermögensstruktur), der Kapitalaufbringung (Finanzierungsanalyse, Kapitalstruktur), der Beziehung zwischen beiden (Liquiditätsanalyse, Finanzierungsregeln) und des Erfolgs (Ertragsanalyse, Rentabilität). Die amtliche Formelsammlung enthält nur Formeln, keine Zielwerte. Die in den folgenden Lerneinheiten genannten Richtwerte stammen aus den Lösungshinweisen der IHK-Prüfungen und aus der Praxis (Erfahrungswerte); in der Prüfung ist jede Kennzahl zu interpretieren, nicht nur mit einem Richtwert zu vergleichen.
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