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Finanzmanagement - Grundlagen der Finanzierung

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Finanzmanagement

Grundlagen der Finanzierung

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In diesem Kapitel lernen Sie die folgenden Bereiche der Finanzierung kennen:

  • Ziele und Aufgaben des Finanzmanagements, Geld- und Kapitalmarkt,

  • Finanzierungsregeln,

  • Finanzpläne (Liquiditätsplan, Kapitalbedarf),

  • Finanzierungsarten,

  • Außenhandelsfinanzierung,

  • Devisen und Devisengeschäfte.

Die Grundlagen der Finanzierung betrachten wir im folgenden Lernvideo.

Hinweis

Hinweis zum Video: Der im Video genannte Sparzins von 0,2 % entspricht dem Zinsniveau zum Zeitpunkt der Aufnahme. Der Zusammenhang bleibt unabhängig vom aktuellen Zinsniveau gültig: Sichere Anlagen bringen in der Regel eine geringere Rendite als riskantere Anlagen.

Ziele des Finanzmanagements

Das Finanzmanagement plant, steuert und kontrolliert alle Zahlungsströme des Unternehmens. Es verfolgt vier klassische Ziele:

Merke

Ziele der Finanzierung (magisches Viereck):

  • Liquidität: jederzeitige Zahlungsfähigkeit; das Unternehmen kann seine Zahlungsverpflichtungen fristgerecht erfüllen.
  • Rentabilität: Das eingesetzte Kapital soll eine möglichst hohe Verzinsung erzielen; die Kapitalkosten sollen möglichst niedrig sein.
  • Sicherheit: Risiken werden begrenzt, z. B. durch fristenkongruente Finanzierung und eine angemessene Eigenkapitalausstattung.
  • Unabhängigkeit: Das Unternehmen behält seine Entscheidungsfreiheit gegenüber Kapitalgebern (z. B. keine Mitspracherechte neuer Gesellschafter, keine einengenden Kreditauflagen).

Die Ziele konkurrieren miteinander (Zielkonflikte):

  • Hohe Liquiditätsreserven sichern die Zahlungsfähigkeit, senken aber die Rentabilität, weil liquide Mittel kaum Erträge bringen.
  • Höhere Renditen gehen meist mit höherem Risiko einher; Rentabilität und Sicherheit stehen deshalb in einem Spannungsverhältnis.
  • Zusätzliches Kapital kann die Unabhängigkeit einschränken: Neue Gesellschafter erhalten Mitsprache- und Gewinnrechte, Kreditgeber verlangen Sicherheiten und Auflagen.

Die Liquidität ist dabei eine Nebenbedingung, die immer erfüllt sein muss: Zahlungsunfähigkeit ist ein Insolvenzgrund (§ 17 InsO). Innerhalb dieser Grenze strebt das Unternehmen eine möglichst hohe Rentabilität an.

Aufgaben des Finanzmanagements

Aus den Zielen ergeben sich die Aufgaben des Finanzmanagements:

  • Kapitalbedarf ermitteln (Finanz- und Liquiditätsplanung),
  • Kapital beschaffen (Wahl der Finanzierungsart und des Kapitalgebers),
  • Kapital verwenden und überschüssige Mittel anlegen,
  • Zahlungsströme abwickeln und die Liquidität sichern (Zahlungsverkehr),
  • Risiken begrenzen (z. B. Zins- und Währungsrisiken absichern, Kreditsicherheiten stellen) und
  • die Einhaltung der Pläne und Finanzierungsregeln überwachen (Finanzkontrolle).

Geld- und Kapitalmarkt

Unternehmen beschaffen Kapital und legen überschüssige Mittel auf den Finanzmärkten an. Nach der Fristigkeit unterscheidet man:

Merkmal

Geldmarkt

Kapital­markt

Fristigkeit

kurzfristige Mittel (in der Regel bis zu einem Jahr)

mittel- und langfristige Mittel

Beispiele

Tages- und Termingeld, Kontokorrent­kredite, kurzfristige Geld­marktpapiere

Aktien, Anleihen, Schuldscheindarlehen, langfristige Bankdarlehen

Funktion für das Unternehmen

kurzfristigen Liquiditäts­bedarf decken, Liquiditätsüberschüsse kurzfristig anlegen

Anlage­vermögen und dauerhaft gebundenes Umlauf­vermögen langfristig finanzieren, langfristig Geld anlegen

Am Kapitalmarkt unterscheidet man den organisierten Kapitalmarkt (Börse, z. B. für Aktien und Anleihen) und den nicht organisierten Kapitalmarkt (z. B. Bankdarlehen, Schuldscheindarlehen, Beteiligungen ohne Börsennotierung). Banken und andere Finanzintermediäre gleichen dabei unterschiedliche Wünsche von Kapitalgebern und Kapitalnehmern aus: Sie wandeln z. B. kurzfristige Einlagen in langfristige Kredite um (Fristentransformation), bündeln viele kleine Beträge zu großen Krediten (Losgrößentransformation) und verteilen Ausfallrisiken (Risikotransformation).

Merke

Für die Finanzierung gilt die Fristenkongruenz: Kurzfristiger Bedarf wird am Geldmarkt, langfristiger Bedarf am Kapitalmarkt gedeckt. Welche Finanzierungsform im Einzelfall günstiger ist, wird im Abschnitt „Fremdfinanzierung“ beim Vergleich von Fremd- und Eigenfinanzierung behandelt.

Die folgende Grafik zeigt die Gesamtplanung mit Investitions- und Finanzplanung.

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Abb. 1: Gesamtplanung Grafik