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Mündliche Prüfung - Präsentation und Fachgespräch - Praxistipps zur Präsentation

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Mündliche Prüfung - Präsentation und Fachgespräch

Praxistipps zur Präsentation

Die folgenden Hinweise stammen aus dem Austausch mit Prüfenden und erfolgreichen Teilnehmenden. Sie ersetzen keine individuelle Beratung, helfen aber, typische Stolperfallen zu vermeiden.

Maßnahmen müssen auf die Kennzahlen wirken

Achten Sie darauf, dass Ihre vorgeschlagenen Maßnahmen tatsächlich die betrachteten Kennzahlen verbessern. Maßnahmen, die zwar inhaltlich passen, sich aber nicht unmittelbar auf die analysierten Kennzahlen auswirken, sind ein häufiger Grund für Punktabzug – auch bei ansonsten gut gehaltenen Vorträgen. Stellen Sie deshalb für jede Maßnahme dar, wie sich die jeweilige Kennzahl dadurch konkret (rechnerisch) verändert, und wählen Sie die Maßnahmen so, dass das Ziel erreicht wird. Idealerweise nennen Sie mehr als einen Lösungsvorschlag.

Praxis statt Schulbuchtheorie

Es geht nicht um Schulbuchwissen, sondern um eine komplexe Problemstellung der betrieblichen Praxis. Maßnahmen, die spezifisch auf Ihr Unternehmen zugeschnitten sind, kommen besonders gut an – gern auch tatsächlich ergriffene Maßnahmen aus der Vergangenheit. Eine hohe Forderungsintensität (oder eine andere einzelne Auffälligkeit) allein reicht jedoch nicht aus: Belegen Sie die Komplexität über zusätzliche Kennzahlen (z. B. Forderungsausfallquote, Debitorenumschlag, Working Capital, Anteil offener Posten), damit klar wird, dass es sich wirklich um ein komplexes Problem handelt.

Ein Problem in der Tiefe oder mehrere in der Breite?

Beides ist möglich. Machen Sie die Entscheidung davon abhängig, ob die Summe mehrerer Probleme oder ein einzelnes, klar abgegrenztes Problem im Mittelpunkt steht. Häufig überzeugt es, auf mehrere bestehende Probleme hinzuweisen, sich in der Lösung dann aber auf ein bis zwei Punkte zu konzentrieren und diese in die Tiefe zu bearbeiten.

Bezug zum Unternehmen und Umgang mit der eigenen Rolle

Sie müssen nicht so tun, als arbeiteten Sie in dem vorgestellten Unternehmen. Sprechen Sie in der Präsentation neutral über „das Unternehmen“. Werden Sie gefragt, ob Sie dort arbeiten, sagen Sie einfach die Wahrheit – auch dann, wenn Sie weder im Unternehmen noch in einer Kanzlei tätig sind.

Beispiel

Arbeiten Sie z. B. in einer Steuerkanzlei, können Sie formulieren, dass Sie von einem Mandanten mit der Analyse beauftragt wurden.

Anpassung von Zahlen und Formeln

Sie dürfen Zahlen maßvoll anpassen, um Ihr Szenario stimmig darzustellen (etwa indem Sie ältere Geschäftsjahre als „aktuelles“ Jahr verwenden). Auch Formeln dürfen in der mündlichen Prüfung angepasst werden – bauen Sie dazu eine kurze Erläuterung in den Vortrag ein, wenn Sie von einer Standardformel abweichen.

Vorab fachliches Feedback einholen

Da die IHK das Thema nicht vorab bewertet, ist eigenes fachliches Feedback besonders wertvoll. Halten Sie Ihre Präsentation vor echten Personen, um freies Sprechen und Zeitmanagement zu trainieren. Lassen Sie Thema und Lösungsvorschlag zusätzlich von einer fachkundigen Person mit fundiertem Wissen in Rechnungswesen und Finanzbuchhaltung gegenprüfen – so vermeiden Sie, dass ein ungeeigneter Lösungsweg erst in der Prüfung auffällt.

Starker Einstieg zählt

Der erste Eindruck wirkt stark nach: Ein souveräner, ruhiger Einstieg trägt durch den ganzen Vortrag, während ein holpriger Beginn die weitere Leistung erfahrungsgemäß negativ beeinflusst. Es kann helfen, die ersten Sätze sicher zu beherrschen. Vermeiden Sie zudem nervöses Vor- und Zurückblättern in Ihren ausgedruckten Unterlagen – das stört den Präsentationsfluss.

Umgang mit Fragen, die Sie nicht sofort beantworten können

Reden Sie nicht um den heißen Brei. Wenn Sie eine Antwort nicht sicher wissen, sagen Sie das lieber kurz, statt lange vage weiterzureden – so verlieren Sie keine Zeit, und der Ausschuss kann zu einem anderen Thema überleiten, bei dem Sie punkten können. Rückfragen sind ausdrücklich erlaubt: Sie dürfen darum bitten, eine Frage zu wiederholen oder anders zu formulieren.

Souverän auftreten und mit Einwänden umgehen

Fragen wie „Sind Sie sich sicher?“ sind keine Falle, sondern dienen oft nur der Absicherung – bleiben Sie sachlich und begründen Sie Ihre Antwort. Bleiben Sie im Gespräch persönlich, aber nicht privat. Üben Sie vorab Sprechtempo und -rhythmus; ein im Alltag gesprochener Dialekt ist kein Problem, solange Sie gut verständlich bleiben.

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