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Internationale Rechnungslegung - Geschäfts- und Firmenwerte

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Internationale Rechnungslegung

Geschäfts- und Firmenwerte

Man trennt den Geschäfts- oder Firmenwert (= Goodwill) auf in

  • originären Goodwill und

  • derivativen (= aus dem Kaufakt abgeleiteten) Goodwill.

Ein Aktivierungsverbot behandelt den originären Geschäftswert (= originärer Goodwill), der im Gegensatz zum derivativen Geschäftswert nicht aktiviert werden darf.

Merke

Auf den originären Geschäftswert besteht ein Aktivierungsverbot, auf den derivativen Geschäftswert hingegen ein Aktivierungswahlrecht.

Zum originären Geschäftswert gehören z.B. folgende Punkte:

  • Qualität des Managements

  • Kundenstamm

  • Image.

Schwer bis unmöglich ist es, für das Image bzw. den Kundenstamm einen halbwegs objektiven Wert zu finden. Dieser darf nicht angesetzt werden, obwohl er sehr wohl ein großes Nutzenpotenzial und damit einen großen Wert für die Unternehmung für die Zukunft darstellt. Eine verlässliche Bewertung (= reliable measurement) ist nicht möglich, daher sind die allgemeinen Kriterien für die Aktivierung bereits nicht erfüllt. IAS 38.48 stellt dies nochmals durch ein Ansatzverbot klar.

Beim derivativen Geschäftswert trennt man den Kauf einer Tochter auf in

Share Deal bedeutet, dass das kaufende Unternehmen alle Anteile an einem (Tochter-) Unternehmen erwirbt. Es ensteht somit kein Firmenwert, sondern vielmehr liegt ein Aktivtausch vor, denn die Tochter bleibt erhalten, ein Konzern wird gebildet.

Bei einem Asset Deal hingegen werden durch das kaufende Unternehmen alle Vermögenswerte und alle Schulden der Tochter übernommen. Wenn die Mutter mehr als den Zeitwert der Tochter an diese bezahlt, so entsteht ein derivativer Geschäftswert im Einzelabschluss der Mutter. Die Tochter wird aufgelöst, sie geht formal gesehen unter.

Der derivative Geschäftswert (= derivativer Goodwill) berechnet sich also nach der Formel

Deriv. Goodwill = Kaufpreis TU – (Zeitwert Vermögenswerte – Zeitwert Schulden).

Beispiel

Die MU-AG bezahlt 4 Mio. € für den Erwerb der TU-GmbH. Diese hat Vermögenswerte für 3 Mio. € in ihrer Bilanz stehen. Diese beinhalten allerdings noch stille Reserven in Höhe von 0,5 Mio. €. Die Schulden liegen bei 2 Mio. €.

Der Zeitwert des Vermögens der Tochter liegt bei 3,5 €, denn die stillen Reserven müssen hinzuaddiert werden. Also beträgt der Goodwill damit

Deriv. Goodwill = Kaufpreis TU – (Zeitwert Vermögenswerte – Zeitwert Schulden)

= 4 Mio. - (3,5 Mio. - 2 Mio.)

= 4 Mio. – 1,5 Mio.

= 2,5 Mio.