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Bilanz nach IAS / IFRS - Ertragsrealisierung

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Bilanz nach IAS / IFRS

Ertragsrealisierung

Definition Ertragsrealisation

Unter Ertragsrealisation werden sämtliche Regelungen verstanden, die klären, wann und in welchem Umfang Erträge in einem IFRS-Abschluss als realisierbar gelten.

Erträge (income) werden im IFRS-Abschluss mithilfe eines zweistufigen Vorgehens bestehend aus Definitions- und Ansatzkriterien erfasst. Diese Kriterien werden im Framework des IASB grundlegend geregelt.

Die Realisation von Erträgen basiert de lege lata neben den Regelungen im Framework des IASB im Wesentlichen auf dem Rechnungslegungsstandard IFRS 15 (revenue from contracts with customers). Mit diesem Rechnungslegungsstandard wird der Realisationszeitpunkt von Erträgen festgeschrieben, die im Rahmen der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit vom bilanzierenden Unternehmen erzielt werden. Die allgemeinen Ansatzkriterien für Erträge, die im Framework verankert sind, werden für die in den Anwendungsbereich des IFRS 15 fallenden Erträge dem Grunde und der Höhe nach konkretisiert.

Ertragsrealisierung nach IFRS 15

Mittels der in IFRS 15 formulierten Prinzipien sollen Abschlussadressaten entscheidungsnützliche Informationen zu Art, Umfang, zeitlichen Anfall und den Unsicherheiten sowie den Zahlungsströmen in Zusammenhang mit Umsatzerlösen erhalten. Aus Sicht des IASB verlangt diese Zielsetzung eine vollständige Berücksichtigung aller relevanten Informationen in Zusammenhang mit Kundenverträgen. Dazu zählen insbesondere die vereinbarten Lieferungen und Leistungen, der tatsächliche Leistungsfortschritt sowie die zu erwartende Gegenleistung, die als Maßstab des realisierbaren Umsatzes dient. Als Bilanzierungseinheit fungiert der Kundenvertrag bzw. die damit einhergehende(n) Leistungsverpflichtung(en). Kunden i. S. des IFRS 15 sind solche Vertragsparteien, die die aus der ordentlichen Geschäftstätigkeit stammenden Güter erwerben bzw. Dienstleistungen in Anspruch nehmen möchten.

Als Umsatzerlös ist der Betrag zu erfassen, der für die Übertragung von Gütern oder Dienstleistungen an Kunden als Gegenleistung erwartet wird. Für die Festlegung des Realisationszeitpunkts bzw. -zeitraums kommt es nicht mehr (primär) auf die Übertragung der Risiken und Chancen (risk and reward approach) an. Vielmehr ist der Übergang der Kontrolle an den Gütern oder Dienstleistungen auf den Kunden für die Realisation von Umsatzerlösen maßgeblich (control approach).

Die Ertragsrealisation auf der Grundlage des IFRS 15 folgt einem fünfstufigen Konzept, welches die Höhe und den Zeitpunkt des zu realisierenden Umsatzes ermittelt. Dieses soll nachfolgend näher erläutert werden.