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Bilanz nach IAS / IFRS - Stufe 1 der Ertragsrealisation

Kursangebot | Bilanz nach IAS / IFRS | Stufe 1 der Ertragsrealisation

Bilanz nach IAS / IFRS

Stufe 1 der Ertragsrealisation

Identifikation von Kundenverträgen

Die Grundlage für die Umsatzrealisation gem. IFRS 15 bildet ein Kundenvertrag. Was das IASB unter einem Kundenvertrag unabhängig vom jeweiligen Rechtskreis – versteht, wird durch IFRS 15.9 detailliert ausgeführt. Ein Kundenvertrag liegt demzufolge vor, wenn

  • die Vertragsparteien den Vertrag genehmigt und sich zur Leistungserbringung verpflichtet haben,
  • die mit den Leistungsverpflichtungen einhergehenden Rechte auf Güter und/oder Dienstleistungen seitens des bilanzierenden Unternehmens identifiziert werden können,
  • das bilanzierende Unternehmen die Zahlungsbedingungen je Liefer- oder Leistungsverpflichtung ermitteln kann,
  • der Kundenvertrag wirtschaftliche Substanz besitzt und
  • der Erhalt der Gegenleistung wahrscheinlich ist.

Die Qualifizierung, ob ein Kundenvertrag rechtswirksam zustande kommt und durchsetzbar ist, hat nach den für den jeweiligen Rechtskreis maßgeblichen Gesetzen bzw. Regeln zu erfolgen (IFRS 15.10). Sind keine gesonderten Formvorschriften einzuhalten, genügen auch verbale Abreden bzw. konkludentes Handeln der Parteien. Für Bilanzierungszwecke sind allerdings solche Verträge unbeachtlich, die einer der Parteien ein unbedingtes Rücktrittsrecht vom beidseitig unerfüllten Vertrag einräumen. Ist es folglich möglich, dass eine Partei von einem beidseitig unerfüllten Vertrag zurücktreten kann, ohne Schadenersatz bzw. eine Vertragsstrafe leisten zu müssen, liegt (noch) kein Kundenvertrag i. S. des IFRS 15 vor (IFRS 15.12).