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Körperschaftsteuer - Korrekturposten nach § 60 Abs. 2 EStDV

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Körperschaftsteuer

Korrekturposten nach § 60 Abs. 2 EStDV

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Ergebnis der Handelsbilanz, Korrekturposten nach § 60 Abs. 2 EStDV

Video: Korrekturposten nach § 60 Abs. 2 EStDV

Ausgangsgröße für die Ermittlung des zu versteuernden Einkommen ist der Gewinn bzw. Verlust laut Steuerbilanz oder der korrigierte handelsrechtliche Jahresüberschuss.

Eine nach Handelsrecht buchführungspflichtige Unternehmung ermittelt zunächst ihren handelsbilanziellen Jahresüberschuss bzw. Jahresfehlbetrag.

Ist die Handelsbilanz Ausgangspunkt der Einkommensermittlung, so sind die Ansätze der Handelsbilanz an die steuerlichen Gewinnermittlungsvorschriften anzupassen (§ 60 Abs. 2 EStDV). Die Summe aus dem Jahresüberschuss/ Jahresfehlbetrag und den Korrekturen nach § 60 Abs. 2 EStDV entspricht dann dem sich aus einer Steuerbilanz ergebenden Jahresendergebnis.

Als Gründe für eine Abweichung der Steuerbilanz von der Handelsbilanz kommen u.a. in Betracht

  • Ansatz von Aktiv- und Passivposten in der Handelsbilanz, bei denen handelsrechtlich ein Aktivierungswahlrecht, steuerrechtlich hingegen ein Aktivierungsgebot besteht bzw. bei einem handelsrechtlichen Passivierungswahlrecht bzw. -gebot und steuerrechtlichem Passivierungsverbot

Die Handelsbilanz muss angepasst und zur Steuerbilanz übergeleitet werden. Hierzu zählen unter anderem:

  • Anpassung Drohverlustrückstellung

Handelsbilanz: Passivierungspflicht
Steuerbilanz: Passivierungsverbot

  • mgl. Anpassung Disagio

Handelsbilanz: Aktivierungswahlrecht
Steuerbilanz: Aktivierungspflicht

  • Abschreibungen

alle Methoden, die GoB-konform sind, sind handelsrechtlich zulässig
steuerrechtlich sind nur die explizit genannten Methoden erlaubt

  • Verbrauchsfolgeverfahren

Handelsbilanz: Fifo- und Lifo-Verfahren erlaubt
Steuerbilanz: lediglich Lifo zulässig.

Beispiel

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Die Fritz-GmbH aus Erkenschwick legt folgende GuV vor: Erlöse 50.000 €, diverser Aufwand 30.000 €, Aufwand aus der Passivierung einer Drohverlustrückstellung 5.000 €.
a) Kalkulieren Sie den vorläufigen Handelsbilanzgewinn und den vorläufigen Steuerbilanzgewinn.
b) Errechnen Sie den steuerbilanziellen und den handelsbilanziellen Jahresüberschuss.

Beispiel

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a) Der handelsrechtliche Jahresüberschuss liegt bei 15.000€ :
Erlöse 50.000 €
abzgl. diverse Aufwendungen 30.000 €
abzgl. Aufwand Drohverlustrückstellung 5.000 €
= vorläufiger Jahresüberschuss Handelsbilanz 15.000 €
Nun ist allerdings eine Rückstellung für drohende Verluste aus schwebenden Geschäften in der Steuerbilanz nicht zulässig (§ 5 Abs. 4a EStG). Folglich muss eine innerbilanzielle (!) Korrektur vorgenommen werden:
vorläufiger Handelsbilanzgewinn 15.000 €
zzgl. Aufwand für Drohverlustrückstellung 5.000 €
vorläufiger Steuerbilanzgewinn 20.000 €
b) Alsdann berechnet man die Körperschaftsteuer als 0,15·20.000 = 3.000 € - es sei hier im Vorgriff auf spätere Kapitel erwähnt, dass der Körperschaftsteuersatz bei 15% liegt. Folglich rechnet man
vorläufiger Steuerbilanzgewinn 20.000 €
abzgl. Körperschaftsteuer 3.000 €
= Jahresüberschuss Steuerbilanz 17.000 €
abzgl. Drohverlustrückstellung 5.000 €
= Jahresüberschuss Handelsbilanz 12.000 €

Hinweis

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Details zu den unterschiedlichen handelsbilanziellen und steuerbilanziellen Vorschriften finden sich im Kurs über das Bilanzsteuerrecht. Es ist zu beachten, dass nach dem HGB bei Abweichungen zwischen Handelsbilanz und Steuerbilanz sogenannte latente Steuern entstehen und gegebenenfalls in der Bilanz aufzunehmen sind.

 

Im nächsten Schritt sind außerbilanziell Anpassungen nach Einkommensteuerrecht und Körperschaftsteuerrecht für die Ermittlung des zu versteuernden Einkommen zu prüfen und durchzuführen.

U.a. kommen in Betracht:

  • Gewinnanteile persönlich haftender Gesellschafter einer KGaA (§ 9 Abs. 1 Nr. 1 KStG),
  • nichtabziehbare Aufwendungen (§ 10 KStG),
  • verdeckte Gewinnausschüttungen (§ 8 Abs. 3 S. 2 KStG),
  • Beachtung der Zinsschranke (§ 8a KStG)
  • verdeckte Einlagen (§ 8 Abs. 3 S. 4 KStG),
  • Ergebnisse aus Beteiligungen (§ 8b KStG) und
  • abziehbare Spenden (§ 9 Abs. 1 Nr. 2 KStG).

Man erhält das Einkommen vor Verlustabzug. Schließlich ist ein möglicher Verlustabzug nach § 8 Abs. 1 KStG in Verbindung mit § 10d EStG vorzunehmen, um schlussendlich das zu versteuernde Einkommen zu erhalten. Hierbei ist der Verlustuntergang nach § 8c KStG zu berücksichtigen.