1. Betrifft mich die neue Prüfungsverordnung?
2. Was hat sich inhaltlich durch die neue Prüfungsverordnung verändert?
3. Wie kann ich mir die neue Prüfung vorstellen?
4. Was bringt mir die neue Rechtsverordnung?

Wie viele angehende Bilanzbuchhalter(innen) wissen, ist zum 01.01.2016 die neue Bilanzbuchhalterprüfungsverordnung in Kraft getreten. Bei allen Beteiligten tauchen immer mehr Fragen diesbezüglich auf. Wir vom bibukurse-Team haben einige Recherchen durchgeführt und wollen diese im folgenden Thread mit euch teilen:


1. Betrifft mich die neue Prüfungsverordnung?

Aus dem § 14 BibuchhFPrV ist zu entnehmen, dass Prüfungen, die bis zum 31.12.2015 angemeldet worden sind, bis zum 31.07.2019 wie gewohnt durchgeführt werden. Prüfungen, die nach dem 31.12.2015 bis einschließlich zum 31.01.2018 angemeldet werden, können auf Antrag nach der alten Prüfungsverordnung abgelegt werden. Diese Prüfungen müssen ebenfalls bis zum 31.07.2019 abgelegt werden.


2. Was hat sich inhaltlich durch die neue Prüfungsverordnung verändert?

Durch die neue Prüfungsverordnung hat sich die Prüfung um zwei Handlungsbereiche erweitert.
Diese Handlungsbereiche sind:

a) „Ein internes Kontrollsystem sicherstellen“
Mögliche Prüfungsinhalte hierzu sind gem. § 7 VI BibuchhFPrV:

  1. Arten von Risiken identifizieren und dokumentieren,
  2. ein internes Kontrollsystem aufbauen,
  3. Methoden zur Beurteilung von Risiken einsetzen und
  4. Maßnahmen zur Vermeidung von Risiken ableiten.


b) „Kommunikation, Führung und Zusammenarbeit mit internen und externen Partnern sicherstellen"
Mögliche Prüfungsinhalte hierzu sind gem. § 7 VII:

  1. mit internen und externen Partnern situationsgerecht kommunizieren sowie Präsentationstechniken zielgerichtet einsetzen,
  2. Kriterien für die Personalauswahl festlegen und begründen sowie bei der Personalrekrutierung mitwirken,
  3. den Personaleinsatz planen und steuern,
  4. Führungsmethoden situationsgerecht anwenden,
  5. Berufsausbildung planen und durchführen,
  6. die berufliche Entwicklung und Weiterbildung von Mitarbeitern und Mitarbeiterinnen fördern und
  7. den Arbeits­ und Gesundheitsschutz gestalten.

Die restlichen Handlungsbereiche sind gleich geblieben.


3. Wie kann ich mir die neue Prüfung vorstellen?

Bisher war die schriftliche Prüfung untergliedert in Teil A und B. Dabei wurden einzelne Handlungsbereiche abgefragt. Nach der neuen Prüfungsverordnung wird es keine Untergliederung der einzelnen Handlungsbereiche mehr geben. In der schriftlichen Prüfung müssen drei verschiedene Aufgaben aus betrieblichen Situationen in je 240 Minuten gelöst werden. Diese Aufgaben umfassen dann mehrere Handlungsbereiche gleichzeitig. Die Situationsaufgaben umfassen jeweils einen Schwerpunkt aus:

1. Geschäftsvorfälle erfassen und nach Rechnungslegungsvorschriften zu Abschlüssen führen,
2. Jahresabschlüsse aufbereiten und auswerten,
3. Betriebliche Sachverhalte steuerlich darstellen,

und die anderen Handlungsbereiche werden mindestens einmal in den drei Aufgaben mit thematisiert. So dass alle Handlungsbereiche in den drei Prüfungen abgedeckt sind.

Die mündliche Prüfung besteht wie gewohnt aus einer 15­minütigen Präsentation und dem darauf folgenden Fachgespräch von max. 30 Minuten. Der Prüfungsteilnehmer darf hierbei eine Thematik aus dem Handlungsbereich „Jahresabschlüsse aufbereiten und auswerten“ auswählen.


4. Was bringt mir die neue Rechtsverordnung?

Durch die neue Rechtsverordnung bleibt Ihnen die zusätzliche „Ausbilder-­Eignungsprüfung“ erspart, da dieser durch das Bestehen der Prüfung nach der neuen Rechtsverordnung mit umfasst wird. Durch die Situationsaufgaben soll die Prüfung auch praxisorientierter sein.




Neue Prüfungsfächer


Schriftliche Prüfungen



Mündliche prüfung



Verordnung über die Prüfung zum anerkannten Fortbildungsabschluss Geprüfter Bilanzbuchhalter und Geprüfte Bilanzbuchhalterin (Bilanzbuchhalterprüfungsverordnung - BibuchhFPrV):
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