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Bilanz nach Handelsrecht - Aktivische Rechnungsabgrenzungposten

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Bilanz nach Handelsrecht

Aktivische Rechnungsabgrenzungposten

Beispiel

Die X-AG zahlt die Miete für den Januar schon im Dezember.

Es liegt eine Ausgabe jetzt vor (genauer gesagt sogar eine Auszahlung), aber ein Aufwand erst später, da der Verbrauch des Gutes erst im folgenden Geschäftsjahr liegt. Ökonomisch handelt es sich damit gewissermaßen um eine Forderung, denn es wird etwas zu früh bezahlt, worauf man dann noch ein Anrecht hat. Deswegen wird der Vorgang „Ausgabe jetzt, Aufwand später“ als aktivischer Rechnungsabgrenzungsposten (ARAP) gebucht.

Entscheidend ist zusätzlich zu dem Auseinanderfallen zwischen Erfolgsvorgängen (Aufwendungen und Erträgen) und Zugang bzw. Abgang des Gutes bzw. einer Dienstleistung (Ausgabe bzw. Einnahme), dass der Erfolgsvorgang dieses Jahres innerhalb einer bestimmten Zeit nach dem Bilanzstichtag anfallen muss. Hier sprechen § 250 I HGB (für die ARAP) und § 250 II HGB (für die PRAP) beide von einer „bestimmten Zeit“.

Beispiel

Die X-AG schließt eine Kfz-Versicherung für einen Firmenwagen ab am 01.10 eines Jahres ab. Die Kfz-Versicherung läuft über ein Jahr. Als Prämie fällt für das gesamte Jahr ein Betrag von 400 € an. Inwieweit handelt es sich um einen Rechnungsabgrenzungsposten?

Die Prämie von 400 € erstreckt sich auf drei Monate im alten Jahr und neun Monate im neuen Jahr. Das heißt in Höhe von (3/12)·400 = 100 € auf das alte Jahr, d.h. in Höhe von 100 € handelt es sich um Ausgaben und Aufwendungen für das alte Jahr. Lediglich der Rest des Betrages, nämlich (9/12)·400 = 300 € ist zwar eine Ausgabe des alten Jahres, hingegen eine Aufwendung im neuen Jahr, weil der Verbrauch des Gutes Versicherung erst im darauf folgenden Jahr liegt. Damit diese 300 € aber als ARAP nach § 250 I HGB angesetzt werden dürfen, muss zusätzlich geprüft werden ob der Aufwand für eine bestimmte Zeit nach dem Bilanzstichtag anfällt. Das ist der Fall, denn der Zeitraum ist genau eingegrenzt vom 01.01. bis 30.09. des Folgejahres, d.h. zeitlich begrenzt und damit zeitlich bestimmt.

Die bisher behandelten Arten von Rechnungsabgrenzungsposten sind aktivierungspflichtig.

Beispiel

LAMBERT-REGEL: Beachte den Unterschied zwischen "Auszahlung" und "Ausgabe". Das Gesetz spricht in der Definition von aktiven Rechnungsabgrezungsposten von Ausgaben, nicht von Auszahlungen (§ 250 I HGB). Eine Auszahlung ist der Abgang liquider Mittel, eine Ausgabe hingegen der Abgang von Gütern und Dienstleistungen.