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Bilanzsteuerrecht

AfA bei beweglichen Wirtschaftsgütern - Übersicht

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Absetzung für Abnutzung (AfA)

Die Absetzung für Abnutzung lassen sich unterteilen in

  • AfA nach der Zeit
    • lineare Afa und
    • degressive Afa und
  • AfA nach Maßgabe der Leistung.

Überblick über die AfA

Video: AfA bei beweglichen Wirtschaftsgütern - Übersicht

Digital AfA

Informationen zur Digial-AfA aus dem BMF-Schreiben vom 26.02.2021 erhalten Sie in diesem Video.

Video: AfA bei beweglichen Wirtschaftsgütern - Übersicht

 

Lineare AfA

Die lineare Abschreibung (AfA) (§ 7 Abs. 1 Satz 1 EStG) bildet den Normalfall. Hierbei werden die Anschaffungs- oder Herstellungskosten auf die Nutzungsdauer bezogen.

Beispiel

Hier klicken zum AusklappenDer Steuerpflichtige Franz aus Hamburg kauft sich eine Maschine für 1.000 €. Die Nutzungsdauer beträgt fünf Jahre.

Die Auszahlung in Höhe von 1000 € wird auf die Nutzungsdauer verteilt durch die Rechnung Anschaffungskosten/Nutzungsdauer = 1.000 €/5 Jahre = 200 €/Jahr.

Abschreibung über die Nutzungsdauer

Bei der Abschreibung über die  Nutzungsdauer unterscheidet man

  • die betriebsgewöhnliche Nutzungsdauer,
  • die wirtschaftliche Nutzungsdauer und
  • die technische Nutzungsdauer.

Maßgebend ist allein die betriebsgewöhnliche Nutzungsdauer , für welche vom BdF sog. AfA-Tabellen herausgegeben wurden. Darüber hinaus spielt allerdings auch das Urteil des Steuerpflichtigen eine Rolle, wie die betriebsgewöhnliche Nutzungsdauer zu schätzen ist.

Degressive AfA

Bei beweglichen Wirtschaftsgütern des Anlagevermögens (und nur bei diesen!) ist es möglich, (zeitweise) die AfA nach der degressiven Methode zu bilden, das heißt die Abschreibungsbeträge in fallenden Jahresbeträgen zu bemessen.

Unzulässigkeit arithmetisch-degressiver Abschreibung im Steuerrecht

Expertentipp

Hier klicken zum AusklappenDer Begriff der degressiven Abschreibung bedeutet hier lediglich die geometrisch-degressive, nicht die arithmetisch-degressive Abschreibung. Letzteres ist im Steuerrecht nicht zulässig.

Berechnung des Abschreibungsbetrags (AfA-Satzes)

Die degressive AfA funktioniert so, dass ein bestimmter Prozentsatz auf den Restbuchwert des Vorjahres angewendet wird, um den AfA-Satz des jeweiligen Jahr zu berechnen. Dieser AfA-Satz berechnet sich als

  • bei beweglichen Wirtschaftsgütern des Anlagevermögens,
  • die zwischen dem 01.01.2009 und dem 31.12.2010 und dem 01.01.2020 und dem 31.12.2021 angeschafft wurden
    • das 2,5-fache des linearen Satzes,
    • höchstens jedoch 25 %.

Für Wirtschaftsgüter, die ab dem 1.1.2011 bzw. ab dem 01.01.2022 angeschafft wurden, gibt es nicht die Möglichkeit der degressiven Abschreibung. 

Beispiel

Hier klicken zum AusklappenEine Maschine wird am 25.3.2006 für einen Betrag von 1.000 € angeschafft, die betriebsgewöhnliche Nutzungsdauer beträgt 15 Jahre.

Bei linearer Abschreibung werden 1/15 = 6,67 % abgeschrieben. Da die Maschine nach dem 1.1.2006 angeschafft wurde, wird bei degressiver Abschreibung das Dreifache dieses Satzes, also 3∙6,67 % = 20 %, höchstens aber 30 %, abgeschrieben. Die Höchstgrenze von 30 % ist damit nicht relevant, es werden 20 % der Maschine im Jahre 2006 abgeschrieben.

Da allerdings nicht das ganze Jahr die Maschine in Betrieb vorhanden ist, werden von 0,2∙1000 € = 200 € lediglich 10/12 = 83,33 % abgeschrieben. Im Jahre 2006 wird also insgesamt 166,67 € abgeschrieben. Der Restbuchwert lautet mithin 833,33 €. Im Jahre 2007 werden hiervon wiederum 20 % abgeschrieben, also 0,2∙833,33 = 166,67 €. Der Restbuchwert lautet 666,67 €. Die Abschreibung des Jahres 2008 ist hiervon wiederum 20 %, also 0,2∙666,67 = 133,33 € usw.

Beispiel

Hier klicken zum AusklappenEine Maschine wird am 25.3.2009 für einen Betrag von 1.000 € angeschafft, die betriebsgewöhnliche Nutzungsdauer beträgt acht Jahre. Wähle die steuerlich jeweils maximal mögliche Abschreibung.

Man rechnet, da das Wirtschaftsgut in den Jahren 2009 bzw. 2010 angeschafft wurde, mit der degressiven Abschreibung nach § 7 Abs. 2 EStG. Es ist das doppelte der linearen Abschreibung möglich, maximal 25 %. Dies heißt hier:

degr. AfA-Satz= min{2,5∙(1/8); 25 %}
 = min{31,25 %; 25 %}
 = 25 %

Wechsel der Abschreibungsmethode von degressiv zu linear

Beim Wechsel der Abschreibungsmethode von degressiv zu linear gilt Folgendes:

Jahr Abschr. degressiv Absch. linear Restbuchwert
1 250 €125 €750 €
2 187,5 €107,14 €562,5 €
3 140,63 €93,75 €421,88 €
4 105,47 €84,38 €316,41 €
579,1 € 79,1 €237,31 €
659,33 € 79,1 €158,21 €
739,55 € 79,1 €79,11 €
819,78 € 79,1 €0 €

Wechsel der Abschreibungsmethode 

Es wird in jenem Jahr gewechselt, in dem der lineare Abschreibungsbetrag zum erstenmal höher ist als der degressive.

Beispiel

Hier klicken zum AusklappenEine Maschine wird am 25.3.2009 für einen Betrag von 1.000 € angeschafft, die betriebsgewöhnliche Nutzungsdauer beträgt 15 Jahre. Wähle die steuerlich jeweils maximal mögliche Abschreibung.

Wieder rechnen wir, da das Wirtschaftsgut in den Jahren 2009 bzw. 2010 angeschafft wurde, mit der degressiven Abschreibung nach § 7 Abs. 2 EStG. Es ist das 2,5-fache der linearen Abschreibung möglich, maximal 25 %. Dies heißt hier:

degr. AfA-Satz= min{2,5∙(1/15); 25 %}
 = min{16,67 %; 25 %}
 = 16,67 %.

Wechsel der Abschreibungsmethode von degressiv zu linear

Jahr Abschr. degressiv Absch. linear Restbuchwert
1 166,67 €125 €833,33 €
2 138,89 €119,05 €694,44 €
3115,74 € 115,74 €578,7 €
496,45 € 115,74 €462,96 €
577,16 € 115,74 €347,22 €
657,87 € 115,74 €231,48 €
738,58 € 115,74 €115,74 €
819,29 € 115,74 €0 €

Wechsel der Abschreibungsmethode

Leistungsbezogene AfA

Die Abschreibung nach Leistungseinheiten kann bei beweglichen Wirtschaftsgütern des Anlagevermögens vorgenommen werden, wenn sie wirtschaftlich begründet ist (§ 7 Abs. 1 Satz 6 EStG). Eine wirtschaftliche Begründung ist, dass die Leistungen eines Wirtschaftsgutes von Jahr zu Jahr stark schwanken (R 7.4 Abs. 5 Satz 1 EStR).

Voraussetzung für die Inanspruchnahme der Leistungsabschreibung

Merke

Hier klicken zum AusklappenVoraussetzung für die Inanspruchnahme der Leistungsabschreibung ist allerdings, dass die Leistung, welche auf das einzelne Jahr entfällt, nachgewiesen werden kann.

Beispiel

Hier klicken zum AusklappenEine Maschine , deren Anschaffung 60.000 € kostete, produziert im ersten Jahr 15.000 Einheiten, im zweiten Jahr 20.000, im dritten Jahr 10.000 und im vierten Jahr 35.000 Leistungseinheiten.

Bei Abschreibung nach Maßgabe der Leistungseinheiten muss zunächst der gesamt Output berechnet werden, hier also als 15.000 + 20.000 + 10.000 + 35.000 = 80.000 ME.

Damit werden im ersten Jahr 15.000/80.000 = 18,75 % der Anschaffungs- oder Herstellungskosten abgeschrieben, mithin 0,1875∙60.000 = 11.250 €. im zweiten Jahr werden entsprechend 20.000/80.000 = 25 %, also 15.000 €, abgeschrieben, im dritten Jahr 10.000/80.000 = 12,5 %, also 7.500 € und im vierten Jahr entsprechend 35.000/80.000 = 43,75 %, also 26.250 €.

Absetzung für außergewöhnliche Abnutzung (AfaA)

Bei einer Absetzung für außergewöhnliche Abnutzung (AfaA) muss ein Ereignis gegeben sein, welches eine Beeinträchtigung des Wirtschaftsguts in seiner Nutzung bzw. in seiner Nutzungsfähigkeit zur Folge hat. Die Abnutzung muss also in außergewöhnlicher Weise eingetreten sein.

Wird beispielsweise eine Anlage zur elektronischen Datenverarbeitung bei Anschaffung eine gewöhnliche Nutzungsdauer von 5 Jahren für die Berechnung der planmäßigen Absetzung für Abnutzung zugrunde gelegt und stellt sich nach 3 Jahren heraus, dass wegen technischen Innovationen eine neue EDV-Anlage gekauft werden muss, dann wird die Verkürzung der Nutzungsdauer der alten EDV-Anlage durch eine  Absetzung für außergewöhnliche Abnutzung (AfaA) vorgenommen.

Weitere typische Fälle für eine  Absetzung für außergewöhnliche Abnutzung (AfaA) sind:

  • Schäden,
  • Zerstörungen,
  • mangelnde Pflege,
  • Abbruch oder Teilabbruch von Gebäuden.

Merke

Hier klicken zum AusklappenWenn bei einer bloßen Wertminderung die Nutzungsdauer nicht beeinflusst wird, so rechtfertigt dies allenfalls eine Teilwertabschreibung, nicht aber eine Absetzung für außergewöhnliche Abnutzung. Der Schaden muss also so groß sein, dass die Nutzungsdauer beeinflusst und nicht nur das Wirtschaftsgut in seinem Wert vermindert wird.

Teilwertabschreibung

Eine Teilwertabschreibung ist eine außerplanmäßige Abschreibung. Dies bedeutet, dass sie lediglich in einem außerplanmäßigen Fall anzuwenden ist, wie z.B.

  • Katastrophenfall,
  • sinkende Wiederbeschaffungswerte usw.

Expertentipp

Hier klicken zum AusklappenDie Teilwertabschreibung ist seit dem 01.01.1999 nur noch bei dauernder Wertminderung möglich (§ 6 Abs. 1 Nr. 1, Satz 2 EStG). Bei einer lediglich vorübergehenden Wertminderung darf also nicht auf den Teilwert abgeschrieben werden.

Beispiel

Hier klicken zum AusklappenDie Weiß AG kauft am 2.1. des Jahres 01 (nach Rechtsprechung seit 01.01.1999) eine Maschine mit betriebsgewöhnlicher Nutzungsdauer von sechs Jahren und Anschaffungskosten von 120.000 €. Der Teilwert liegt am Bilanzstichtag 31.12. des Jahres 03 bei 50.000 €, wobei von einer dauernden Wertminderung auszugehen ist. Die Weiß AG schrieb ihre Maschinen immer linear ab.

Die Abschreibungsbeträge liegen bei 120.000/6 = 20.000 €. Nach drei Jahren liegt daher der Restbuchwert bei gewöhnlicher Absetzung für Abnutzung bei 120.000 - 3∙20.000 = 60.000 €.

Dieser Restbuchwert von 60.000 € ist nun mit dem niedrigeren Wert von 50.000 € zu vergleichen. Da es sich um eine dauernde Wertminderung handelt, kann eine Teilwertabschreibung am Ende des Jahres 03 nach § 6 Abs. 1 Nr. 1 S. 2 EStG vorgenommen werden. Diese liegt bei 10.000 €.

Merke

Hier klicken zum AusklappenDie Teilwertabschreibung erfolgt also stets zusätzlich zu der gewöhnlichen Absetzung für Abnutzung.

Abnutzbares und nichtabnutzbares Anlagevermögen

Bei einer Teilwertabschreibung muss die Wertminderung dauerhaft sein. Die Dauerhaftigkeit der Wertminderung unterscheidet sich, je nachdem ob

  • abnutzbares Anlagevermögen oder
  • nichtabnutzbares Anlagevermögen

vorliegt. 

Bei abnutzbarem Anlagevermögen ist die Wertminderung dann dauerhaft , wenn der verbleibende Restbuchwert kleiner als der planmäßige für mindestens die Hälfte der verbleibenden Restnutzungsdauer ist.

Bei nicht abnutzbarem Anlagevermögen müssen die Gründe für einen niedrigeren Wert voraussichtlich anhalten. So ist z.B. eine Kursschwankung börsennotierter Anlagegegenstände nur als vorübergehende Wertminderung anzusehen, welche also keine Abschreibung auf diesen niedrigeren Teilwert begründet.

Das folgende Video geht nochmal detailliert auf die voraussichtlich dauernde Wertminderung von Wirtschaftsgütern ein. Nachdem die Relevanz des Themas erläutert wird, wird auf die Unterscheidung der voraussichtlich dauernden Wertminderung innerhalb des Handelsrechts und Steuerrechts eingegangen. Anschließend wird auch zwischen dem abnutzbaren und nichtabnutzbaren Anlagevermögen unterschieden.

Video: AfA bei beweglichen Wirtschaftsgütern - Übersicht

 

Expertentipp

Hier klicken zum AusklappenWichtiges zu Teilwertabschreibungen siehe auch in der Kursübersicht:
Kapitel 4: Bewertung > Teilwert

 

Unterschied AfaA vs. Teilwertabschreibung

Wann setzt man eine AfaA an bzw. wann ist eine Teilwertabschreibung vorzunehmen?  

Es bestehen Unterschiede zwischen der Absetzung für außergewöhnliche Abnutzung (AfaA) und der Teilwertabschreibung bzgl.

  • der Vermögensposition,
  • der planmäßigen AfA-Methode,
  • der Dauerhaftigkeit der Wertminderung und
  • der Gewinnermittlungsmethode.

AfaA nur bei abnutzbarem Anlagevermögen?

Hierbei ist die Literaturmeinung uneindeutig: So führt Kulosa in Schmidt, § 7 Rz. 181 zum Anwendungsbereich aus, dass die AfaA auch auf nicht abnutzbare Wirtschaftsgüter Anwendung finde, da der Wortlaut des Satzes 7 nicht voraussetze, dass das Wirtschaftsgut auch der gewöhnlichen Abnutzung unterliege und das objektive Nettoprinzip die Berücksichtigung derartiger durch die Einkunftserzielung bedingter Substanzverluste gebiete.
Demgegenüber kommen nach Anzinger in Herrmann/Heuer/Raupach, EStG/KStG, § 7 EStG Rz. 225 AfaA nur bei planmäßig abzuschreibenden und daher nur bei abnutzbaren Wirtschaftsgütern in Betracht. Das ergebe sich aus der systematischen Stellung und dem Zweck des Abs. 1 Satz 7. Die Vorschrift setze im äußeren System des Abs. 1 als letzter Satz systematisch Regel-AfA voraus und enthalte im inneren System der Vorschrift eine wertende Korrektur der planmäßigen AfA für ungeplante Ereignisse. 

Eine Teilwertabschreibung hingegen ist nach der eindeutigen Gesetzesdarstellung demgegenüber beim abnutzbaren und beim nicht abnutzbaren Anlagevermögen als auch beim Umlaufvermögen anzusiedeln.

AfaA und andere Abschreibungsmethoden

Bei der planmäßigen AfA-Methode ist zu beachten, dass eine AfaA lediglich neben einer linearen AfA, neben der Leistungsabschreibung bzw. neben einer Absetzung für Substanzverringerung vorgenommen werden darf, nicht hingegen neben einer degressiven Abschreibung. Die Teilwertabschreibung hingegen kann neben jeder anderen planmäßigen Abschreibungsmethode gewählt werden.

Dauerhaftigkeit der Wertminderung

Bzgl. der Dauerhaftigkeit der Wertminderung ist die Teilwertabschreibung stärker eingeschränkt als die AfaA, denn sie ist an eine voraussichtlich dauernde Wertminderung gebunden. Die AfaA hingegen kann bei vorübergehender als auch bei dauerhafter Wertminderung erfolgen.

Anwendung abhängig von der Gewinnermittlungsmethode

Ebenfalls stärker eingeschränkt ist die Teilwertabschreibung bzgl. der Gewinnermittlungsmethode. Sie kommt nämlich nur beim Ansatz eines Betriebsvermögensvergleichs infrage, eine AfA ist bei allen Gewinnermittlungsmethoden anwendbar.

Sonderabschreibungen

Die Definition und ausgewählte Auswirkungen von Sonderabschreibungen werden im folgenden Video erläutert.

Video: AfA bei beweglichen Wirtschaftsgütern - Übersicht

Neben der linearen AfA treten unter bestimmten Voraussetzungen sog. Sonderabschreibungen. Es kommt damit - zumindest in den Perioden des Begünstigungszeitraums - zu möglicherweise höheren Abschreibungen (§ 7a Abs. 4 EStG).

Der Steuerpflichtige hat hierbei ein Wahlrecht, ob und wie er die Sonderabschreibung auf die einzelnen Perioden des Begünstigungszeitraums verteilt.

Wenn der Begünstigungszeitraum abgelaufen ist, so ist der noch vorhandene Restwert gleichmäßig auf die verbleibende Restnutzungsdauer zu verteilen (§ 7a Abs. 9 EStG).

Sonderabschreibungen treten zum Beispiel auf in Form von Sonderabschreibung für kleine und mittlere Betriebe (§ 7g Abs. 5 EStG).

Voraussetzungen für die Inanspruchnahme von Sonderabschreibungen nach § 7g Abs. 5 EStG

Voraussetzungen für die Inanspruchnahme sind,

  • dass das Betriebsvermögen am Schluss des Wirtschaftsjahres, in dem die Abzüge vorgenommen werden, höchstens 235.000 € beträgt (ab dem 01.01.2020 einen Gewinn von 200.000 € nicht überschreitet),
  • dass es sich um künftige Anschaffung oder Herstellung von abnutzbaren beweglichen Wirtschaftsgütern
  • des Anlagevermögens

handelt.

Unter diesen Voraussetzungen können im Jahr der Anschaffung oder Herstellung und in den vier folgenden Jahren bis zur Höhe von 20 % der Anschaffungs- oder Herstellungskosten Sonderabschreibungen in Anspruch genommen werden (§ 7g Abs. 5 EStG).

Ausnahmsweise kann diese Sonderabschreibung nicht nur neben der linearen AfA, wie sonst normalerweise, sondern auch neben der geometrisch-degressiven AfA in Anspruch genommen werden.

Beispiel

Hier klicken zum AusklappenDer Gewerbetreibende Lothar aus Sprockhövel hat ein Betriebsvermögen im Jahre 01 von 200.000 € und im Jahre 02 von 300.000 €. Er schafft am 28.1.02 eine Maschine an und wird diese linear über ihre betriebsgewöhnliche Nutzungsdauer von fünf Jahren abschreiben. Lothar ist an einer Minimierung seiner Steuerzahlung im Jahre 02 interessiert.

Lothar erfüllt die Voraussetzungen des § 7g EStG, denn im Jahr 01, welches dem Anschaffungsjahr der Maschine, also 02, vorangeht, beträgt sein Betriebsvermögen mit 200.000 € genau den Grenzwert von 200.000 € ("nicht überschreitet"). Er kann deshalb eine Sonderabschreibung in Höhe von 40 % der Anschaffungskosten, also von 0,4∙50.000 = 20.000 €, in Anspruch nehmen.

Diese 20.000 € kann er auf die Jahre 02 - 06 beliebig verteilen. Da er an einer Minimierung seines Steueraufwands für 02 interessiert ist, wird er diese Sonderabschreibung komplett im Jahre 02 ansetzen.

Erhöhte Absetzung

Erhöhte Absetzungen treten nicht neben die planmäßigen AfA, sondern werden anstelle der planmäßigen AfA angesetzt.

Merke

Hier klicken zum AusklappenMit anderen Worten ersetzen sie also die gewöhnlichen AfA.

Ansonsten sind die erhöhten Absetzungen sehr ähnlich zu den Sonderabschreibungen, denn sie werden als bestimmter Prozentsatz der Anschaffungs- oder Herstellungskosten berechnet, darüber hinaus ist die Inanspruchnahme in einem festgelegten Begünstigungszeitraum möglich, die Verteilung hat wiederum der Steuerpflichtige vorzunehmen.

Einschränkend gilt jedoch, dass die Absetzung mindestens in Höhe der gewöhnlichen Abschreibungen, also der linearen AfA oder der Leistungs-AfA nach § 7 Abs. 1 EStG vorgenommen werden müssen (§ 7a Abs. 3 EStG).

Bewertung und Abschreibung der geringwertige Wirtschaftsgüter (GWG)

Abnutzbare bewegliche Wirtschaftsgüter des Anlagevermögens, welche selbständig nutzungsfähig sind, dürfen im Jahr ihrer Anschaffung oder Herstellung in voller Höhe (!) als Betriebsausgaben angesetzt werden, wenn ihre Anschaffungs- oder Herstellungskosten nicht mehr als 800 € betragen (§ 6 Abs. 2 Satz 1 EStG). Man bezeichnet solche Vermögensgegenstände als geringwertige Wirtschaftsgüter. GWG, deren Wert 250 € übersteigen, sind in ein laufend zu führendes Verzeichnis aufzunehmen; es sei denn, die Angaben zur Anschaffung sind aus der Buchhaltung ersichtlich.

Merke

Hier klicken zum AusklappenAbzustellen ist hierbei auf die Anschaffungs- oder Herstellungskosten ohne (!) Umsatzsteuer, gleichgültig, ob der Steuerpflichtige zum Vorsteuerabzug berechtigt ist oder nicht (vgl. R 9 b Abs. 2 Satz 1 und Satz 2 EStR).

Video: AfA bei beweglichen Wirtschaftsgütern - Übersicht

 

Beispiel

Hier klicken zum AusklappenDer Steuerpflichtige Fritz aus Hamburg kauft für seine Unternehmung Stühle bei einem schwedischen Hersteller zu 100 € pro Stück.

Die Stühle dürfen im Jahre der Anschaffung komplett als Aufwand verrechnet werden und müssen nicht über die Laufzeit abgeschrieben werden.

Beispiel

Hier klicken zum AusklappenDer Steuerpflichtige Fritz aus Berlin kauft zwei Stühle im Werte von 293,60 € (inkl. Umsatzsteuer) pro Stück.

Man erhält pro Stuhl einen Nettobetrag von 293,6/1,19 = 246,72 €. Der Nettowert liegt damit unter 250 €, damit darf der komplette Stuhl, bzw. besser gesagt dürfen die kompletten zwei Stühle, im Jahre der Anschaffung als Betriebsausgabe sofort angesetzt werden.

Die zweite Möglichkeit, mit GWG umzugehen, besteht in der sog. Pauschalabschreibung . Diese greift, wenn der Nettowert der Anschaffungs- oder Herstellungskosten über 250 €, aber höchstens 1000 € liegt. In diesem Fall kann ein Sammelposten gebildet (§ 6 Abs. 2a Satz 1 EStG).

Dieser Sammelposten ist im Jahr der Anschaffung oder Herstellung und in den folgenden vier Wirtschaftsjahren mit jeweils 20 % ergebnismindernd aufzulösen (§ 6 Abs. 2a Satz 2 EStG). Damit ist es unerheblich, wie die tatsächliche Nutzungsdauer der betroffenen Anlagegegenstände ist, entsprechend sind Veräußerungen, Entnahmen oder auch außerordentliche Wertminderungen der betroffenen Wirtschaftsgüter innerhalb dieses Fünf-Jahres-Zeitraums vollkommen unbeachtlich.