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Körperschaftsteuer - Abziehbare Aufwendungen in der Körperschaftsteuer

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Körperschaftsteuer

Abziehbare Aufwendungen in der Körperschaftsteuer

Inhaltsverzeichnis

Abziehbare Aufwendungen

a) Die Dividendenauszahlung und die Tätigkeitsvergütung des persönlich haftenden Gesellschafters einer KGaA sind bei ihm als Einkünfte nach § 15 (1) Nr. 3 EStG zu erfassen.

Folglich kann die KGaA diese Beträge nach § 9 (1) Nr. 1 KStG zum Abzug zulassen.

b) Korrespondierend zu § 10b EStG enthält § 9 (1) Nr. 2 KStG eine Sonderregelung für den Abzug von Spenden zur Förderung steuerbegünstigter Zwecke im Sinne der §§ 52 bis 54 der AO. Für Kapitalgesellschaften haben die Vorschriften zum Spendenabzug den Charakter von Gewinnermittlungsvorschriften (R 9 (2) KStR).

Geleistete Spenden sind bei der Ermittlung des Einkommens vor dem Verlustabzug zu berücksichtigen und erhöhen daher den abziehbaren Verlust (vgl R 7.1 KStR). Über den Verlustabzug sind somit im Körperschaftsteuerrecht Spenden - anders als bei der Einkommensteuer - auch in Verlustjahren steuerwirksam.

Zuwendungen sind nach den Höchstsatzregelungen einheitlich mit 20 % des Einkommens iSd § 9 (2) S. 1 KStG oder alternativ 4 ‰ der Summe der gesamten Umsätze und der im Kalenderjahr aufgewendeten Löhne und Gehälter abzugsfähig. 

Soweit Zuwendungen im Veranlagungszeitraum nicht abgezogen werden können, können sie aber uneingeschränkt vorgetragen werden (§ 9 (1) S. 9, 10 KStG). 

Der Spendenabzug steht gem. § 9 Abs. 1 Nr. 2 S.1 KStG unter dem Vorbehalt, dass die Zuwendungen nicht als verdeckte Gewinnausschüttung anzusehen ist (R 9 Abs. 6 KStR).

§ 9 (1) S. 8 KStG versagt den Spendenabzug für Mitgliedsbeiträge an Körperschaften, also insbesondere die aktiv ausgeführten eigenen kulturellen Betätigungen der Mitglieder (zB im Laientheater, Laienchor, Laienorchester). Körperschaften zur Förderung kultureller Einrichtungen fördern grundsätzlich Kunst und Kultur.

Die Abgabenordnung unterscheidet bei steuerbegünstigten Zwecken nach §§ 51 - 54 AO solche

  • im engen Sinne und
  • im weiteren Sinne.

Zu jenen im engeren Sinne gehören die selbstlose Förderung der Allgemeinheit auf

  • materiellem,
  • geistigem oder
  • sittlichem Gebiet.

Hierzu zählt besonders auch die Förderung

  • der Wissenschaft,
  • der Bildung,
  • der Erziehung,
  • der Kunst,
  • der Religion,
  • der Tierzucht etc.

Zu jenen im weiteren Sinne gehören zusätzlich noch die kirchlichen und mildtätigen Zwecke.

Der umgangssprachliche Begriff der gemeinnützigen Zwecke schließt immer auch sittliche und mildtätige Zweck ein, ist also im weiteren Sinne zu verstehen.

Gewisse Zuwendungen, nämlich Spenden und Mitgliedsbeiträge, sind bei der Körperschaftsteuer nur in bestimmtem Umfang als Betriebsausgaben abziehbar (§ 9 Abs. 1 Nr. 2 KStG). Für den Spendenabzug sind folgende Schritte zu beachten.

Methode

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1. Was ist dem Grunde nach als Zuwendung berücksichtigungsfähig? Hier geht es um die Frage, welche Positionen nur in bestimmtem Maße abzugsfähig sind.
2. In welcher Höhe sind die Zuwendungen berücksichtigungsfähig? Dies wird nach der Zweckbestimmung der Zuwendungen beurteilt.
a) Ausgaben zur Förderung mildtätiger, kirchlicher, religiöser und wissenschaftlicher Zwecke sowie der als besonders förderungswürdig anerkannten gemeinnützigen Zwecke sind bis zur Höhe von
aa) insgesamt 20% des Einkommens oder
ab) 4 Promille der Summe der gesamten Umsätze und der im Kalenderjahr aufgewendeten Löhne und Gehälter abzugsfähig.
Man wählt insgesamt jene Grenze, bei dem der abzugsfähige Betrag größer ist.

Es gilt folgendes

Hinweis

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Unter dem Ausdruck „gesamte Umsätze” versteht man auch solche, die nicht (umsatz-)steuerbar sind. So sind also auch im Ausland ausgeführte Umsätze unter die gesamten Umsätze zu subsumieren.
Der Begriff Einkommen (§ 9 Abs. 2 Satz 1 KStG) bezeichnet das Einkommen vor Abzug der Zuwendungen und vor der Geltendmachung des Verlustabzugs nach § 10d EStG. Dies hat zur Konsequenz, dass, um das Einkommen zu ermitteln, die gesamten Zuwendungen zunächst hinzuzurechnen sind. Die 20%-Marke erhöht sich dadurch.

Beispiel

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Die Sania AG ermittelt für das Jahr 01 einen Gewinn in Höhe von 100.000 €, wobei folgende Ausgaben gewinnmindernd berücksichtigt worden sind:
- Bußgelder 8.000 €,
- Körperschaftsteuervorauszahlungen 50.000 €,
- Spenden an evangelische Kirche der Stadt Wülfrath 30.000 €. Die Umsätze des Jahres 01 betrugen 2.000.000 €, die Sania AG wendete für Löhne und Gehälter insgesamt 1.000.000 € auf.

Zunächst muss das Einkommen nach § 9 Abs. 2 Satz 1 KStG ermittelt werden. Da Körperschaftsteuervorauszahlungen den Gewinn nicht mindern dürfen, sind diese wieder hinzuzurechnen. Dasselbe gilt für Bußgelder, die für die Ermittlung des zu versteuernden Einkommens nicht abzugsfähig sind. Insbesondere ist der Gesamtbetrag der Zuwendungen hinzuzurechnen. Man errechnet

Gewinn lt. Steuerbilanz 100.000 €

+ Körperschaftsteuervorauszahlung (§ 10 Nr. 2 KStG) 50.000 €

+ Bußgelder (§ 4 Abs. 5 Nr. 8 EStG) 8.000 €

+ Spenden 30.000 €

= Einkommen nach § 9 Abs. 2 Satz 1 KStG 188.000 €

Nun ist durch Vergleich der 20%-Marke mit der 4-Promille-Marke der abzugsfähige Betrag zu ermitteln. Die 20%-Methode ergibt einen abzugsfähigen Betrag von 0,2·188.000 =  37.600 €. Die 4-Promille-Methode errechnet hingegen einen Betrag von 0,004· (2.000.000 + 1.000.000) = 12.000 €. Es ist damit ein Betrag in Höhe von 37.600 € abzugsfähig aud die gesamten tatsächlich gespendeten 30.000 €. Man rechnet daher weiter:

Einkommen nach § 9 Abs. 2 Satz 1 KStG 188.000 €

abzgl. abzugsfähige Aufwendungen für kirchliche Zwecke 30.000 €

= zu versteuerndes Einkommen 158.000 €.

Beim Spendenabzug nach § 9 Abs. 1 Nr. 2 KStG ist insgesamt also Folgendes zu berücksichtigen.