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Körperschaftsteuer - Steuerfreie Erträge in der Körperschaftsteuer

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Körperschaftsteuer

Steuerfreie Erträge in der Körperschaftsteuer

Inhaltsverzeichnis

Steuerfreie Erträge

Expertentipp

Hier klicken zum AusklappenNachdem die körperschaftsteuerliche Bemessungsgrundlage (vor Freibeträgen) kalkuliert wurde, wendet man noch mögliche Freibeträge an und multipliziert den übrigen Gewinn mit dem Steuersatz.

Bei bestimmten Körperschaften ist vom Einkommen ein Freibetrag in Höhe von 5.000 € abzuziehen (§ 24 KStG), wodurch das Einkommen allerdings nicht negativ werden darf. Dies bedeutet, dass höchstens dieser Betrag abzuziehen ist. So dürfen z.B. gemeinnützige Körperschaften im Sinne des § 5 Abs. 1 Nr. 9 KStG den Freibetrag abziehen, wenn sie in der Rechtsform eines Vereins betrieben werden und einen steuerpflichtigen wirtschaftlichen Geschäftsbetrieb führen (nur dieser wird dann mit Körperschaftsteuer belastet). Darüber hinaus dürfen Betriebe gewerblicher Art von juristischen Personen des öffentlichen Rechts den Freibetrag ausnutzen. Kapitalgesellschaften dürfen in Freibetrag nicht in Abzug bringen, da sie Leistungen im Sinne des § 20 Abs. 1 Satz 1 KStG bewirken (§ 24 Abs. 1 Satz 2 Nr. 1 KStG).

Gemäß § 25 Abs. 1 Satz 1 KStG steht ein Freibetrag in Höhe von 15.000 € Erwerbs- und Wirtschaftsgenossenschaften sowie Vereinen, die Land- und Forstwirtschaft betreiben, unter bestimmten Voraussetzungen zu. Dieser Freibetrag darf ebenfalls nicht von Kapitalgesellschaften angewandt werden. Vereine, die den Freibetrag nach § 25 Abs. 1 Satz 1 KStG in Anspruch nehmen, sind von der Anwendung des Freibetrags nach § 24 KStG gemäß § 24 Abs. 1 Satz 2 Nr. 2 KStG ausgeschlossen.

Der Steuersatz der Körperschaftsteuer beträgt 15% des zu versteuernden Einkommens (§ 23 Abs. 1 KStG). Auf welche Art und Weise Gewinne verwendet werden, ob sie also ausgeschüttet oder thesauriert werden (d.h. ob der Gewinn im Unternehmen verbleibt und die Gewinnrücklagen damit erhöht oder erneut gebildet werden), ist für die Höhe des Steuersatzes unerheblich, ganz im Gegensatz zum körperschaftsteuerlichen Anrechnungsverfahren, das in der Vergangenheit galt.

Expertentipp

Hier klicken zum AusklappenDie festzusetzende bzw. die verbleibende Körperschaftsteuer wird wie folgt ermittelt:
Steuerbetrag nach Regelsteuersatz von 15% auf das zu versteuende Einkommen
- anzurechnende ausländische Steuern nach § 26 Abs. 1 KStG
= Tarifbelastung
- Körperschaftsteuerminderung nach § 37 Abs. 2 KStG
+ Körperschaftsteuererhöhung nach § 38 Abs. 2 KStG
= festzusetzende Körperschaftsteuer
- anzurechnende Kapitalertragsteuer/ausländische Steuer
= verbleibende Körperschaftsteuer
- Körperschaftsteuervorauszahlung
= Abschlusszahlung oder Erstattung

Merke

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Zu beachten beim Lesen der Aufgabenstellung darauf, ob eine Berechnung des Solidaritätszuschlags vorzunehmen ist oder nicht. Dieser beträgt 5,5% der Körperschaftsteuer.

Der Solidaritätszuschlag ist eine Zuschlagsteuer

  • zur Einkommensteuer (Ertragsteuer für natürliche Personen) und
  • zur Körperschaftsteuer (Ertragsteuer für juristische Personen).

Beispiel

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Die X-AG erzielt ein zu versteuerndes Einkommen von 2.000 €. Wie hoch ist der Solidaritätszuschlag?

Zunächst berechnet man die Körperschaftsteuer als

KSt = 0,15*zvE = 0,15*2.000 = 300 €.

Diese ist Bemessungsgrundlage für den Solidaritätszuschlag, also kalkuliert man diesen (mit 5,5 % nach § 4 Satz 1 SoliZG) als

Soli = 0,055*KSt = 0,055*300 = 16,50 €. 

Alternativ: Man kann auch direkt beide Steuern zusammen ausrechnen, der kombinierte Steuerfaktor beträgt 15,825 % wegen

KSt + Soli = KSt + 0,055*KSt

= 0,15*zvE + 0,055*0,15*zvE

= (0,15 + 0,055*0,15)*zvE

= 0,15825*zvE.

Also betrüge die Steuerbelastung hier 0,15825*zvE = 0,15825*2.000 = 316,50 €, weil 300 € an Körperschaftsteuer und 16,50 € an Solidaritätszuschlag anfallen.

Hinweis

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An der Erhebung des Solidaritätszuschlags auf die Körperschaftsteuer ändert sich ab dem Veranlagungszeitraum 2021 nichts. Die Änderungen des Solidaritätszuschlag betreffen nur die Erhebung auf die Einkommensteuer.