Kapitalstruktur
Kapital setzt sich aus Eigen- und Fremdkapital zusammen. Das Eigenkapital ist für ein Unternehmen besonders wichtig, da es Haftungskapital darstellt und nicht von Kreditgebern abhängig ist. Fremdkapital steht dem Unternehmen hingegen nur für eine bestimmte Zeit zur Verfügung. Aus Sicht der Sicherheit und Unabhängigkeit ist ein niedriger Fremdkapitalanteil erstrebenswert; solange die Gesamtkapitalrentabilität über dem Fremdkapitalzins liegt, kann zusätzliches Fremdkapital die Eigenkapitalrentabilität jedoch steigern (Leverage-Effekt).
Ein Nachteil eines hohen Eigenkapitals ist allerdings, dass die Eigenfinanzierung infolge der hohen steuerlichen Belastung und des Dividendenanspruchs der Aktionäre sehr teuer ist.
Merke
Eigenkapitalquote in % = Eigenkapital/Gesamtkapital × 100 (Richtwert: mindestens ca. 33 %)
Fremdkapitalquote in % = Fremdkapital/Gesamtkapital × 100 (Richtwert: höchstens ca. 66,7 %)
Der Wert, der sich aus Fremdkapital/Eigenkapital ergibt, wird als Verschuldungskoeffizient (auch statischer Verschuldungsgrad) bezeichnet.
Merke
1:1-Regel: Fremdkapital/Eigenkapital ≤ 1
2:1-Regel: Fremdkapital/Eigenkapital ≤ 2
3:1-Regel: Fremdkapital/Eigenkapital ≤ 3
1:1 gilt als optimal in der Praxis, wird aber kaum erreicht. Bei Einhaltung der 2:1-Regel gilt das Unternehmen bereits als gesund; die Formelsammlung nennt als Richtwert für den Verschuldungskoeffizienten „nicht mehr als 2“. Die 3:1-Regel gilt als gerade noch vertretbare Obergrenze.
Ergänzung: Kennzahlen zur Vermögensstruktur
Vermögensstruktur ist die bilanzielle Zusammensetzung des Betriebsvermögens aus Anlage- und Umlaufvermögen. Die Aktivseite einer Bilanz spiegelt wider, in welcher Form das zur Verfügung stehende Eigen- und Fremdkapital investiert wurde.
Merke
Kenngrößen für die Vermögensstruktur sind Anlagenintensität und Umlaufintensität (Arbeitsintensität):
- Anlagenintensität in % = Anlagevermögen/Gesamtvermögen × 100
- Umlaufintensität (Arbeitsintensität) in % = Umlaufvermögen/Gesamtvermögen × 100
Je größer die Umlaufintensität (also je höher der Anteil des Umlaufvermögens), desto größer ist die Liquidität des Unternehmens. Eine große Anlagenintensität (hoher Anteil des Anlagevermögens) signalisiert meist, dass hohe Fixkosten vorhanden sind.
Merke
Wichtig ist außerdem die Vorratsintensität:
Vorratsintensität in % = Vorräte/Gesamtvermögen × 100
Eine steigende Vorratsintensität bedeutet, dass mehr Kapital in den Beständen gebunden und das Unternehmen somit weniger liquide wird. Gründe dafür können Absatzschwierigkeiten, Einkauf von großen Mengen bzw. mangelhafte Lagerorganisation sein.
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