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Finanzmanagement - Wechselkursrisiken

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Finanzmanagement

Wechselkursrisiken

Es bestehen Währungsrisiken (= Wechselkursrisiken)

  • für den Exporteur

  • für den Importeur und

  • für den Kapitalanleger.

Wechselkursrisiken bedeuten für den Exporteur, dass dieser beim Verkauf der Devisen weniger inländische Währung erhält als vorher geplant. Für den Importeur bedeuten sie, dass dieser mehr inländische Währung aufwenden muss, um die benötigten Devisen zu erhalten, als er vorher dachte. Die Kapitalanleger wiederum müssen befürchten, dass die Erträge, welche er in ausländischer Währungen erhält, weniger wert sind als vergleichbare Erträge in inländischer Währung.

Wenn der Exporteur sein Geschäft in einer fremden Währung abschließt und diese erhält, besteht für ihn das Risiko, dass er weniger Euro hierfür erhält als vorher angenommen.

Beispiel

Hier klicken zum AusklappenExporteur A aus Essen-Kettwig verkauft 1000 Langhanteln in die USA zu einem Preis von 2 US-\$ pro Hantel. Bei Abschluss des Vertrags betrug der Wechselkurs 1,32 \$/€, bei Bezahlung hingegen nur noch 1,46 \$/€.

Bei Abschluss des Vertrags kalkuliert A mit einem Verkaufserlös von 1.000 \$ · 2 \$/ME = 2.000 \$, d.h. umgerechnet in Euro mit

Betrag in € = $\ \frac{2.000  \$}{1,32   \$/€} $

                 = $\ 2.000  \$ · 0,7575  €/\$ $

                 = 1.515,15 €.

Bei Eingang des Rechnungsbetrags von 2.000 \$ hingegen sind diese nur noch

Betrag in €  = $\ \frac{2.000  \$}{1,46  \$/€} $

                  = $\ 2.000  \$ · 0,6849  €/\$ $

                  = 1.369,86 €

wert. Durch die Veränderung des Wechselkurses verliert der Exporteur also 145,29 € (1.396,86 – 1.515,15 = -145,29€).

Für dem Importeur besteht ein Währungsrisiko, wenn er in fremder Währung abschließt und er für den Ankauf der Devisen mehr inländische Währung, also Euro, ausgeben muss als ursprünglich angenommen.

Für den Kapitalanleger besteht schließlich ebenfalls ein Währungsrisiko, wenn er sein Geld in fremder Währung anlegt bzw. er in fremder Währung Erträge erhält.

Beispiel

Hier klicken zum AusklappenAnleger Fritz Zock aus Mühlheim an der Ruhr legt am 2.1.08 einen Betrag von 1.000 € in New York City an. Dort wird ihm ein Jahresertrag von 8 % bei Anlage in US-Dollar versprochen. Der Jahreszins liegt bei seiner Sparkasse in Mühlheim an der Ruhr bei 5 %. Der Wechselkurs liegt am 2.1.2008 bei 1,31 \$/€; ein Jahr später, also am 2.1.2009, hingegen 1,49 \$/€. Berechne seinen Gewinn durch die Geldanlage in Euro.

Zunächst muss Fritz seinen Euro-Betrag in US-Dollar umtauschen, er erhält am 2.1.2008 einen Betrag von 1.000 € · 1,31 \$/€ = 1.310 \$. Dieses Geld wird für ein Jahr angelegt und erbringt einen Betrag von

Betrag2.1.2009, Dollar= Betrag2.1.2008 · (1 + Zinssatz)

                              = 1.310 \$ ·(1 + 0,08)

                              = 1.414,80 \$.


Wenn er dieses Geld umtauscht, erhält er hierfür

Betrag2.1.2009,Euro = Betrag2.1.2009,Dollar / 1,49 \$/€

                            = Betrag2.1.2009,Dollar · 0,6711 €/\$

                            = 1.414,80 \$ · 0,6711 €/\$

                            = 949,53 €.

Bedingt durch die Wechselkursänderung verliert Fritz Zock also Geld. Bei Anlage im Inland hätte er zwar einen geringeren Zinsertrag erhalten, aber wegen des fehlenden Währungsrisikos insgesamt einen höheren Gesamtbetrag, nämlich 1.000·(1 + 0,05) = 1.050 €.