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Mündliche Prüfung - Präsentation und Fachgespräch - Kapitalflussrechnung

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Mündliche Prüfung - Präsentation und Fachgespräch

Kapitalflussrechnung

Sie sollten die Kapitalflussrechnung rauf und runter beherrschen - diese wird immer wieder in Teil C abgefragt.

Methode

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Das Schema, welches wir hier besprechen, wurde von mehreren IHK-Prüfungskommissionen schon mit Lob bedacht.

Die Kapitalflussrechnung existiert

  • direkt und
  • indirekt.

Bei der direkten Kapitalflussrechnung wird der Einzahlungsüberschuss (= Gesamt-Cash Flow) dadurch kalkuliert, dass man von den gesamten Einzahlungen die gesamten Auszahlungen abzieht:

Einzahlungsüberschussdirekte Methode = gesamte Einzahlungen - gesamte Auszahlungen.

Beispiel

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Die Lambert-AG generiert in 2017 Umsatzerlöse von 9.000 €, wovon 70 % in 2017 als liquide Mittel zufließen. Sie hat Materialaufwendungen von 800 €, Personalaufwand von 700 € und Zinskosten von 900 €. Ihre Rückstellungen für Pensionsverpflichtungen lagen in 2016 bei 15.000 € und ein Jahr später bei 16.000 €. Es wurde ein Kredit aufgenommen von 2.000 €, ein anderer wurde mit einer Rate von 500 € getilt. Darüberhinaus wurden Maschinen abgeschrieben mit 300 €.

Kalkuliere den Cash Flow mit der direkten Methode.

Man muss hier also wissen, was zahlungswirksam ist und welche Größen zahlungsunwirksam sind.

An Einzahlungen sind die Umsatzerlöse in Höhe von 0,7*9.000 = 6.300 € zu erwähnen (der Rest von 0,3*9.000 = 2.700 € erhöht die Forderungen und geht erwartungsgemäß in 2018 zu). Weiterhin fließt ein Betrag von 2.000 € als aufgenommener Kredit zu.

An Auszahlungen sind zu erwähnen jene für Materialaufwand (der also ein auszahlungsgleicher Aufwand bzw. eine aufwendungsgleiche Auszahlung ist) in Höhe von 800 € (mangels anderer Angaben dürfen wir davon ausgehen, dass der Verbrauch, d.h. der Aufwand, in derselben Periode, also in 2017, auch zu einer Auszahlung, führt. Weiterhin fließen Gelder für das Personal und für Zinsen aus (die Personalaufwendung ist auch eine Auszahlung für Personal, die Zinskosten sind auch Zinsauszahlungen). Weiterhin fließen 500 € für eine Tilgung aus. Die Rückstellungen sind nicht zahlungswirksam. Also liegt der Einzahlungsüberschuss (= Cash Flow) insgesamt bei

Einzahlungsüberschuss = Einzahlungen - Auszahlungen = 6.300 + 2.000 - (800 + 700 + 900 + 500) = 8.300 - 2.900 = 5.400 €.

Bei der indirekten Methode hingegen berücksichtigt man, dass die o.e. Zahlen nur dem internen Rechnungswesen bekannt sind. Wenn man als Unternehmensexterner aber gar keinen Einblick hat in den Betrieb, so behilft man sich mit folgendem Kalkül:

Methode

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Jahresüberschuss (= Ertrag - Aufwand)

zzgl. Aufwand, die keine Auszahlungen sind ... bspw. Erhöhung langfristiger Rückstellungen, Abschreibungen

abzgl. Ertrag, die keine Einzahlungen sind ... bspw. Erhöhung von Forderungen

zzgl. Einzahlungen, die kein Ertrag sind ... bspw. Aufnahme eines Kredits

abzgl. Auszahlungen, die kein Aufwand sind ... bspw. Tilgungszahlungen

= Einzahlungsüberschussindirekte Methode

Die Positionen in Zeile 2 und 3, also Aufwand, die keine Auszahlungen sind und Erträge, die keine Einzahlungen sind, stellen Korrekturen des Jahresüberschusses dar, hingegen die Positionen aus Zeilen 4 und 5, also Einzahlungen, die kein Ertrag sind und Auszahlungen, die kein Aufwand sind, hingegen nicht. Aus dem Jahresüberschuss müssen also Korrekturen vorgenommen werden, wenn es um den Zahlungsbestand geht (weil es ja die Aufgabe des Jahresüberschusses ist, den Erfolg zu ermitteln, nicht hingegen den Zahlungsbestand).

Beispiel

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Kalkuliere den Einzahlungsüberschuss (= Cash Flow) aus obigem Beispiel mit der indirekten Methode.

Zunächst kalkuliert man den Jahresüberschuss als

Jahresüberschuss = Erträge - Aufwendungen = 9.000 - (800 + 700 + 900 + 1.000 + 300) = 9.000 - 3.700 = 5.300 €.

Alsdann korrigiert man mit o.e. Schema:

Jahresüberschuss (= Ertrag - Aufwand) = 5.300 €

zzgl. Aufwand, die keine Auszahlungen sind (= 16.000 - 15.000 + 300) = + 1.300 €

abzgl. Ertrag, die keine Einzahlungen sind (= 0,3*9.000) = - 2.700

zzgl. Einzahlungen, die kein Ertrag sind = + 2.000

abzgl. Auszahlungen, die kein Aufwand sind = - 500

 = Einzahlungsüberschussindirekte Methode = 5.400 €.

Also sind die beiden Ergebnisse nach der direkten und der indirekten Methode wie erwartet identisch, was eine gute Kontrollmöglichkeit für die mündliche Prüfung ist und die nötige Sicherheit fürs Bauchgefühl verleiht.

Weiterhin unterscheidet man bei der Kapitalflussrechnung folgende Einzahlungsüberschüsse:

Methode

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Cash Flow aus der operativen (= betrieblichen) Tätigkeit

zzgl./abzgl. Cash Flow aus der Investitionstätigkeit

zzgl./abgzl. Cash Flow aus der Finanzierungstätigkeit

= Gesamt-Cash Flow.

Beim Cash Flow aus der operativen Tätigkeit rechnet man mit einer indirekten Rechnung, bei den anderen beiden hingegen direkt. Der Gesamt-Cash Flow ist dann weiterhin im Rahmen einer Kontrollrechnung als Differenz aus Zahlungsmittelbestand der jetzigen Periode und der Vorperiode darstellbar.