Beim Ratingverfahren ermittelt die Bank mit mathematisch-statistischen Verfahren die Ausfallwahrscheinlichkeit des Kreditnehmers und ordnet ihn einer Ratingklasse zu. Die Ratingklassen werden mit Ratingcodes bezeichnet, z. B. bei Standard & Poor’s von „AAA“ (höchste Bonität) über „BBB−“ (unterste Stufe des „Investment Grade“) bis „D“ (Ausfall); Moody’s verwendet „Aaa“ bis „C“ mit Zahlen als Feinabstufung (z. B. „Aa1“), Standard & Poor’s die Zeichen + und − (z. B. „AA+“). Banken arbeiten intern meist mit eigenen Skalen (z. B. Klassen 1 bis 25).
Bewertungskriterien
Quantitative Faktoren („harte“ Faktoren, aus dem Jahresabschluss) | Qualitative Faktoren („weiche“ Faktoren, oft im Bankgespräch erhoben) |
Vermögenslage: Eigenkapitalquote, Anlagendeckungsgrade | Qualität von Management und Strategie |
Die Gewichtung der Faktoren legt jede Bank selbst fest. Hinzu kommen in der Regel Warnsignale aus der laufenden Kontoführung (z. B. Überziehungen, Rücklastschriften), die das Rating unabhängig von den Jahresabschlusszahlen verschlechtern können.
Merke
Ein Rating ist nie nur eine Kennzahlenrechnung. Qualitative Faktoren fließen immer ein und können ein gutes Kennzahlenbild deutlich abwerten (z. B. ungeklärte Nachfolge).
Weitere interessante Inhalte zum Thema
-
Lösung: Säulen von Basel III, Faktoren
Vielleicht ist für Sie auch das Thema Lösung: Säulen von Basel III, Faktoren (Aufgaben zur Prüfungsvorbereitung) aus unserem Online-Kurs Jahresabschlüsse (Berichterstattung) interessant.
-
Aufgabe Sollversteuerung als spezielles Verfahren
Vielleicht ist für Sie auch das Thema Aufgabe Sollversteuerung als spezielles Verfahren (Wiederholungsfragen zur Umsatzsteuer) aus unserem Online-Kurs Umsatzsteuer für Bibus interessant.