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Bilanz nach Handelsrecht - Strenges Niederstwertprinzip

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Bilanz nach Handelsrecht

Strenges Niederstwertprinzip

Das strenge Niederstwertprinzip, welches für das Umlaufvermögen gilt, lässt keine Wahl bezüglich der Abschreibung. Es muss auf den niedrigeren der beiden Werte Börsen- oder Marktpreis am Bilanzstichtag abgeschrieben werden, egal ob die Wertminderung dauernd oder nur vorübergehend ist.

Beispiel

Hier klicken zum Ausklappen Angenommen, die oben erwähnten Aktien aus dem vorigen Beispiel wurden nicht aus Beteiligungsgründen erworben, sondern nur aus Spekulationsgründen. Wiederum komme es zu einer Wertminderung von 100 € auf 70 €, die als nur vorübergehend angesehen wird. Mit welcher Höhe muss bzw. darf die einzelne Aktie im Jahresabschluss angesetzt werden?

Da die Aktien nicht dauernd dem Geschäftsbetrieb dienen, weil sie aus Spekulationsgründen erworben wurden, gehören sie zum Umlaufvermögen und nicht zum Anlagevermögen, § 247 II HGB (Umkehrschluss). Aus diesem Grunde greift mit § 253 IV 1 HGB das strenge Niederstwertprinzip. Hiernach müssen auf jeden Fall 100 - 70 = 30 € abgeschrieben werden, selbst wenn die Wertminderung lediglich vorübergehend ist. Das strenge Niederstwertprinzip lässt also kein Wahlrecht der Abschreibung zu, sondern schreibt diese Wertminderung in jedem Fall vor.

Methode

Hier klicken zum Ausklappen Es ist also keineswegs so, dass beim Anlagevermögen grundsätzlich ein Wahlrecht der Abschreibung besteht. Vielmehr schreibt § 253 III 3 HGB vor, dass bei einer dauernden Wertminderung abzuschreiben ist. Das Wahlrecht, die eigentliche Essenz des gemilderten Niederstwertprinzip, gilt also nur bei voraussichtlich vorübergehender Wertminderung im Finanzanlagevermögen.

Das Imparitätsprinzip schreibt vor, dass Verluste antizipiert werden müssen, wo hingegen Gewinne nach dem Realisationsprinzip nicht antizipiert werden dürfen. Das Imparitätsprinzip findet seinen Ausfluss im Niederstwertprinzip, welches vorschreibt,

  • dass bei Wertminderungen des Umlaufvermögens auf jeden Fall außerplanmäßig abgeschrieben werden muss (Strenges Niederstwertprinzip),

  • dass hingegen das Anlagevermögen nur dann außerplanmäßig abgeschrieben werden muss, wenn sich es um eine voraussichtliche dauernde Wertminderung handelt (gemildertes Niederstwertprinzip).