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Finanzmanagement - Beteiligungsfinanzierung Kapitalgesellschaften

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Finanzmanagement

Beteiligungsfinanzierung Kapitalgesellschaften

Die Rechtsform der Aktiengesellschaft ist sehr gut für die Aufbringung großer Eigenkapitalbeträge geeignet, denn das Kapital ist in kleine und kleinste Teilbeträge eingeteilt. Die Einteilungen sind im hohen Maße verkehrsfähig, denn die Aktien sind vertretbare Wertpapiere, welche an der Börse gehandelt werden können. Die Organisationsform der Aktiengesellschaft gestattet eine große Anzahl von Eigentümern. Wegen der detaillierten rechtlichen Ausgestaltung des Gesellschaftsvertrages durch das Aktiengesetz kommt es zu einer großen Sicherheit für die Kapitalanleger.

Wie lassen sich nun Aktien systematisieren?

Sie lassen sich einteilen

  • nach dem Grad der Übertragbarkeit,

  • nach dem Umfang der Rechte,

  • nach der Methode der Zerlegung des Grundkapitals.

Nach dem Grad der Übertragbarkeit unterscheidet man

  • Inhaberaktien,

  • Namensaktien und

  • vinkulierte Namensaktien.

Bei einer Inhaberaktie erhält die Eigentumsübertragung durch Einigung und Übergabe (§929 BGB). Diese ist nur zulässig, wenn die Aktien voll eingezahlt sind. Im anderen Fall muss eine Namensaktie ausgestellt werden, eine Inhaberaktie ist nicht zulässig. Bei einer Inhaberaktie muss man also, wie bei jedem Inhaberpapier, Inhaber sein, um die Rechte aus der Aktie ziehen zu können.

Die Namensaktie wird durch Indossament und Übergabe übertragen, also so wie geborene Orderpapiere. Die Eintragung des Inhabers nach Name, Wohnort und Beruf ins Aktienbuch der Gesellschaft ist erforderlich. Von Nachteil bei der Namensaktie ist, dass deren Übertragung schwerfälliger ist als die Übertragung einer Inhaberaktie. Vorteil der Namenaktie gegenüber der Inhaberaktie ist allerdings, dass die Aktionäre bekannt sind, Umschichtungen in der Beteiligung sind daher früher sichtbar. Die Möglichkeit der Steuerhinterziehung für Besitzer von Namensaktien ist erschwert, denn die Eigentümer können aus dem Aktienbuch der Unternehmung ermittelt werden. Bei einer Namensaktie muss das Agio voll eingezahlt sein. Vom Nennwert müssen 25% eingezahlt sein.

Bei einer vinkulierten Namensaktie ist die Übertragung an die Zustimmung der Gesellschaft gebunden. Sie wird ausgegeben, um zu verhindern, dass Anteile an Aktionäre verkauft werden, welche die Gesellschaft nicht wünscht. Dies ist zum Beispiel bei der Abwehr von feindlichen Übernahmen ein Thema, aber auch als Schutz vor Überfremdung durch ausländische Kapitalanleger.

Nach dem Umfang der Rechte lassen sich

  • Stammaktien und

  • Vorzugsaktien

unterscheiden. Die Rechte, welche mit einer Stammaktie verbunden sind, lauten:

  • Recht auf Teilnahme an der Hauptversammlung,

  • Recht auf Auskunftserteilung auf der Hauptversammlung,

  • Stimmrecht,

  • Recht auf Dividende,

  • Recht auf Anteil am Liquidationserlös,

  • Bezugsrecht und

  • Recht auf die Anfechtung von Beschlüssen der Hauptversammlung.

Limitierte Vorzugsaktien sind in ihrer Dividende auf einen bestimmten Höchstbetrag festgesetzt. Wenn der Gewinn die zur Befriedigung der Vorzugsaktionäre erforderliche Summe übersteigt, so steht der Überschuss allein den Stammaktionären zu. Eine limitierte Vorzugsaktie ist daher nur bei schlechter Ertragslage vorteilhaft. Von Nachteil ist eine limitierte Vorzugsaktie also in guten Geschäftsjahren. Bei einer Stimmrechtsvorzugsaktie hat der Vorzugsaktionär mehrfaches Stimmrecht in der Hauptversammlung. Nach § 12 Abs. 2 AktG ist die Ausgabe von Stimmrechtsvorzugsaktien allerdings nicht mehr zulässig, es existieren lediglich noch Stimmrechtsvorzugsaktien aus der Zeit vor 1937.

Bzgl. der Methode der Zerlegung des Grundkapitals unterscheidet man

  • Nennwertaktien und

  • Quotenaktien.

Nennwertaktien lauten auf einen Nennbetrag, eine Emission unterhalb des Nennwertes ist nicht zulässig. Wenn der Emissionsbetrag oberhalb des Nennwertes liegt, so erfolgt die Einzahlung des überschüssigen Betrages (= Agio = Aufgeld) in die Kapitalrücklage.

Unter einer Quotenaktie versteht man die Beteiligung am Reinvermögen in einer bestimmten Quote, zum Beispiel 1%, 1 Promill, etc. Vorteile der Nennwertaktie gegenüber der Quotenaktie liegen im fixierten Grundkapital sowie im Gläubigerschutz. Bei der Quotenaktie variiert das Eigenkapital mit der jeweiligen Summe des Reinvermögens.

Im Folgenden besprechen wir die Möglichkeiten, bei einer Aktiengesellschaft das Grundkapital (= Gezeichnetes Kapital) zu erhöhen.