ZU DEN KURSEN!

Finanzmanagement - Wechselkredit

Kursangebot | Finanzmanagement | Wechselkredit

Finanzmanagement

Wechselkredit

Beim WechselKredit verkauft der Kreditnehmer Wechsel bis zu einer vorher vereinbarten Grenze an sein Kreditinstitut. Die Bank kauft daher Wechsel an, die noch nicht fällig sind und gewährt damit dem Verkäufer für die Zeit vom Ankaufstag bis zum Verfalltag einen Kredit. Der Verkäufer des Wechsels erhält dessen Barwert, also den Wert des Wechsels am Ankaufstag, auf seinem Konto gutgeschrieben bzw. in bar ausbezahlt. Als Diskont bezeichnet man die Differenz zwischen dem Barwert und dem Nennwert (= Wert des Wechsels am Verfalltag). Dieser Diskont ist der abgezogene Zins für den Ankauf des Wechsels.

Wichtig ist, dass die Zinsen, also der Diskont, kalendermäßig genau berechnet werden. Es wird die Eurozins-Methode angewendet, d.h. das Jahr wird fiktiv mit 360 Tagen angesetzt.

Beispiel

Hier klicken zum AusklappenFritz S. aus Siegen verkauft am 10.03.2006 seiner Bank einen Wechsel, welcher am 10.06.2006 fällig ist. Die Bank berechnet einen Diskont von 7,2 % p.a., die Wechselsumme beläuft sich auf 10.000 €.

a) Was passiert am 10.03.2006?

b) Was geschieht hingegen am 10.06.2006?

a) Fritz S. könnte bis zum 10.06.2006 warten und dann den Betrag von 10.000 € von seinem Geschäftspartner einfordern. Wenn er jedoch nicht solange warten kann und das Geld vorher benötigt, hat Fritz S. die Möglichkeit, den erwähnten Wechsel bei seiner Bank bereits vor Ablauf der Zeit zu verkaufen. Diese bringt die 7,2 % in Abzug. Auf das Jahr gerechnet bedeutet dies 0,072·10.000 = 720 € Abzug. Auf den Tag berechnet bedeutet dies bei Anwendung der Eurozins-Methode: 720/360= 2 €. Die Zinsen vom 10.03.-10.06.2006 berechnen sich nun auf den Tag genau, also 92*2= 184 €. Fritz S. erhält also am 10.03.2006 von seiner Bank den Betrag von 9.816 € (10.000-184) ausbezahlt. Seine Bank gewährt ihm einen Kredit, da er drei Monate zu früh an sein Geld kommt. Dafür, dass er dieses Geld drei Monate zu früh erhält, bezahlt er daher einen Zins von 184 €.

b) Nach dem Ablauf von drei Monaten, also am 10.6.2006, wendet sich die Bank an den im Wechsel Genannten und fordert von diesem die 10.000 € ein.

Merke

Hier klicken zum AusklappenDer Wechselkredit wird also nicht vom Kreditnehmer zurückbezahlt, sondern vielmehr durch den Bezogenen.

In einem Kreditvertrag zwischen Kreditnehmer (= Wechseleinreicher) und Kreditinstitut wird vereinbart, dass das Kreditinstitut bis zur festgesetzten Grenze (= Diskontlinie) Wechsel vom Kreditnehmer ankauft (= Wechselobligo). Es handelt sich also zunächst um eine Eventualverbindlichkeit, da lediglich die Möglichkeit zur Wechseleinreichung vereinbart wird. Bei der irgendwann erfolgenden Wechseleinreichung verkauft der Kreditnehmer dann einen Wechsel an das Kreditinstitut, welches diesem den Barwert des Wechsels gutschreibt. Die Kreditrückzahlung erfolgt schließlich durch Einlösung des Wechsels bei Fälligkeit durch den Bezogenen.