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Bilanz nach IAS / IFRS - Immaterielle Vermögenswerte

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Bilanz nach IAS / IFRS

Immaterielle Vermögenswerte

Die Vorschriften über immaterielle Vermögenswerte finden sich in einem eigenen Standard (IAS 38 immaterielle Vermögenswerte). Die postenspezifischen Vorschriften bei immateriellen Vermögenswerten (= intangible assets) sind hier nach IAS 38.8:

  • Identifizierbarkeit

  • Verfügungsmacht

  • künftiger wirtschaftlicher Nutzen.

Die Identifizierbarkeit (IAS 38.12) bedeutet dass der immaterielle Vermögenswert

  • separierbar sein muss, oder

  •  aus vertraglichen oder anderen gesetzlichen Rechten enstehen muss.

Verfügungsmacht bedeutet, dass ein Unternehmen die Verfügungsgewalt über einen Vermögenswert und dessen Nutzen hat.

Ein künftiger wirtschaftlicher Nutzen wiederum entsteht insb. dann, wenn durch den immateriellen Vermögenswert künftig Erlöse aus Produktverkäufen erwachsen.

Beispiel

Hier klicken zum AusklappenDie Fruty-AG erstellt ein Buch über die erfolgreiche Produktion innovativen Orangensafts für die moderne Hausfrau. Die Kosten des Vertragsabschlusses liegen bei insgesamt 12.000 €, es wird ihr eine Umsatzbeteiligung am Verkauf des Werkes zugesichert sowie ein Vorschuss in Höhe von 3.000 €.

Rudi Ratlos, der Chef-Controller der Fruty-AG, fragt sich, ob das Recht aktiviert werden darf.

Es müssen die allgemeinen und, da es sich bei dem Recht um einen immateriellen Vermögenswert handelt, auch die postenspezifischen Kriterien geprüft werden. Das Recht ist eine Ressource, über die die AG auf Grund vergangener Ereignisse verfügt und von welcher zukünftig der Zufluss wirtschaftlichen Nutzens erwartet werden darf. Es handelt sich daher um ein Asset, die allgemeinen Kriterien sind erfüllt. Zusätzlich sind die Ansatzkriterien Probability und Reliability erfüllt, da mit mit mehr als 50 % mit dem Nutzenzufluss gerechnet werden kann (denn die Absatzmöglichkeiten des Assets sind sehr hoch), zusätzlich können die Aufwendungen für das Asset verläßlich geschätzt werden, sie belaufen sich auf 12.000 €.

Die postenspezifischen Kriterien sind sodann zu prüfen. Das Urheberrecht lässt sich von eventuellen anderen Rechten der Fruty-AG eindeutig abgrenzen und ist insofern identifzierbar. Es wird darüberhinaus auch beherrscht, da es gegenüber jedermann gerichtlich durchgesetzt werden kann. Schließlich liegt ein künftiger wirtschaftlicher Nutzen vor, es wurde bereits ein Vorschuss bezahlt.

Für bestimmte Posten sind im Standard explizite Ansatzverbote vorgeschrieben, nämlich bei 

  • Ausgaben für selbst geschaffene Markennamen, für Drucktitel, für Verlagsrechte und für Kundenlisten, sowie für ihrem Wesen nach ähnliche Sachverhalte (IAS 38.63) und

  • Ausgaben für selbsterstellte Geschäfts- und Firmenwerte, Gründungs- und Anlaufkosten, Aus- und Weiterbildungskosten, Werbekosten und Verlegungskosten (IAS 38.69).

Expertentipp

Hier klicken zum AusklappenErinnern wir uns an die Vorgehensweise im HGB. Dort sind immaterielle Vermögensgegenstände (= intangible assets, also immaterielle Vermögenswerte bei IFRS) ansatzfähig in Abhängigkeit ihrer Zugehörigkeit zum Vermögen.

Im Anlagevermögen gilt
  • Ansatzwahlrecht bei nicht entgeltlichem Erwerb,
  • Ansatzpflicht bei entgeltlichem Erwerb,

Im Umlaufvermögen hingegen gilt stets
  • Ansatzpflicht.