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Kommunikation, Führung und Zusammenarbeit - Interkulturelle Anforderungen an die Kommunikation

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Kommunikation, Führung und Zusammenarbeit

Interkulturelle Anforderungen an die Kommunikation

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Viele Besonderheiten sind im interkulturellen Bereich zu beachten, nämlich

  • Sprachbarrieren,

  • Zeitverschiebung,

  • kulturelle Unterschiede

    • insb. Machtdistanz

  • verbale Kommunikation

  • nonverbale Kommunikation.

Sprachbarrieren

Sehr auffällig sind klarerweise Sprachbarrieren. Dies gilt nicht nur für die Ansprache ausländischer Kunden, sondern auch für die Kommunikation in einem multinationalen Unternehmen, das sich also über mehrere Länder erstreckt. Insbesondere lassen sich hier verbale und nonverbale Sprachbarrieren ausmachen.

Beispiel

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So ist es stark von der jeweiligen Kultur des Landes abhängig, wer ein Gespräch beginnen darf und wer nicht und durch welche Rituale (Smalltalk etc.) solch ein Gespräch begonnen wird.

Weiterhin wird es unterschiedlich empfunden, ob man den Gesprächspartner ausreden lässt oder ob man ihm ins Wort fällt. Darüber hinaus ist es stark unterschiedlich, ob Konflikte offen zum Thema gemacht werden oder nicht.

Beispiel

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So ist es gerade in asiatischen und arabischen Ländern üblich, Konflikte nicht offen anzusprechen, damit der Gesprächspartner nicht einen Gesichtsverlust erleiden muss.

Zeitverschiebung

Weiterhin spielt die Zeitverschiebung in multinationalen Unternehmen eine große Rolle. Wie soll man seine Arbeitstätigkeiten koordinieren, wenn die Mitarbeiter erst fünf Stunden später mit der Arbeit beginnen und ca. auch fünf Stunden später erst hiermit aufhören?

Kulturelle Unterschiede

Weiterhin sind speziell kulturelle Unterschiede von großer Bedeutung. Die Kommunikation zwischen Mitarbeitern in unterschiedlichen Ländern kann allein deswegen möglicherweise schon schlechter funktionieren, weil der kulturelle Hintergrund und die Erziehung anders sind.

Dies ist insbesondere interessant und relevant bei der sog. Machtdistanz. Hier geht es darum, in welchem Ausmaß Entscheidungen an andere Stellen delegiert werden und ob die durch die Entscheidungen betroffenen Personen eine Mitsprachemöglichkeit erwarten.

Beispiel

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In Frankreich und Japan existiert tendenziell eine deutlich höhere Machtdistanz als in Ländern wie Deutschland und Österreich.

Wo eine große Machtdistanz existiert, sind die entsprechenden Organisationen sehr stark hierarchisch geprägt.

Verbale- und nonverbale Sprachbarrieren

Bei den verbalen Sprachbarrieren (verbale Kommunikation) ist zu erwähnen, dass es beim Senden einer Botschaft darauf ankommt, wie der Empfänger diese versteht, nicht etwa darauf, wie der Sender sie verstanden haben wollte. Wichtig ist also nicht, wie der Sender der Botschaft diese gemeint hat, sondern wie der Empfänger sie versteht.

Bei den nonverbalen Sprachbarrieren (nonverbale Kommunikation) sind kulturelle Unterschiede wie Sitten, Gebräuche zu erwähnen. Wer zum Beispiel ein Gespräch beginnt und ob gewisse Rituale zum Gesprächsbeginn gehören, ist sehr stark von der jeweiligen Kultur des Landes abhängig. Ob man kritisieren darf, wird stark unterschiedlich gehandhabt.

Weiterhin ist die paraverbale Kommunikation wichtig, denn die Art zu sprechen, also durch Artikulation oder Lautstärke oder auch Pausen, verändert die Bedeutung und damit auch den Inhalt einer Botschaft.

Wir möchten an dieser Stelle schon auf den Unterschied zwischen Moderation und Mediation eingehen. Auf die Mediation werden wir an späterer Stelle noch zurückkommen. Unter einem Moderator versteht man einen neutralen Gesprächsleiter.

Beispiel

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Gesprächsrunden bzw. Workshops werden von einem Moderator geleitet.

Ein Mediator hingegen ist ein neutraler Vermittler zwischen Konfliktparteien.

Beispiel

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Im aktuell schwelenden Konflikt um den Bahnhof “Stuttgart 21“ ist ein Mediator tätig.

Das Kommunikationsmodell nach Schulz von Thun

Video: Interkulturelle Anforderungen an die Kommunikation

Im Folgenden gehen wir auf ein Kommunikationsmodell nach Schulz von Thun ein. Hierbei geht es um die unterschiedlichen Möglichkeiten, wie der Empfänger einer Botschaft diese verstehen kann. Er kann dies tun auf

  • einer Sachebene,

  • einer Ebene der Selbstkundgabe

  • einer Beziehungsebene und

  • auf einer Appellebene.

Diese Ebenen lassen sich wie folgt definieren:

  • Auf der Sachebene geht es darum, dass Daten und Fakten im Vordergrund stehen. Die Informationen müssen hierbei klar und auch verständlich sein.

  • Die Selbstkundgabe kümmert sich um die Frage, was der Sender mit der Botschaft sagen möchte.

  • Auf der Beziehungsebene hingegen geht es vielmehr darum, wie sich der Empfänger der Botschaft behandelt fühlt.

  • Auf der Appelebene geht es darum, was beim Empfänger ankommt.

Das folgende Beispiel soll die Problematik ein wenig erhellen.

Beispiel

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Konstantina und Andreas aus Berlin, beide Anfang 30, sind seit genau zwei Jahren ein Paar. Konstantina ist der Meinung, dass sie deutlich besser Auto fährt als ihr Freund. Andreas fährt im Auto mit seiner Freundin (die am Steuer sitzt) und sagt zu ihr: „Schau mal, die Ampel ist grün!“.

Das Gesagte lässt sich in der beschriebenen Situation im Rahmen des gerade beschriebenen Kommunikationsmodells auf vier unterschiedliche Arten und Weisen verstehen, nämlich auf den beschriebenen vier Ebenen. Auf der Sachebene ist die Ampel tatsächlich gerade grün.

Auf der Selbstkundgabeebene geht es darum, was der Sender, also Andreas, sagen möchte. Er will seiner Freundin zu verstehen geben, dass er es eilig hat. Auf der Beziehungsebene wiederum geht es darum, wie sich der Empfänger behandelt fühlt. Und schließlich sagt Andreas auf der Appellebene, dass Konstantina schneller fahren soll, damit die beiden die Ampel noch in der Grünphase überqueren.