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Kommunikation, Führung und Zusammenarbeit - Interkulturelle Anforderungen an die Kommunikation

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Kommunikation, Führung und Zusammenarbeit

Interkulturelle Anforderungen an die Kommunikation

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Im folgenden Video behandeln wir nochmal die verschiedenen Kommunikationssituationen, erklären die Begriffe Marketing und Kommunikation, gehen anschließend auf die Unternehmenskommunikation ein und wenden uns schließlich den Besonderheiten im interkulturellen Bereich zu.

 

Es gibt einige Besonderheiten in den Anforderungen, die bei einer Kommunikation im interkulturellen Bereich zu beachten sind. Diese sind zum Beispiel:

  1. Sprachbarrieren

  2. Zeitverschiebungen

  3. Kulturelle Unterschiede

    • Insb. Machtdistanz

  4. Verbale- und nonverbale Kommunikation

Nach den Besonderheiten der interkulturellen Kommunikation, gehen wir im letzten Abschnitt dieses Kapitels näher auf das Kommunikationsmodell nach Schulz von Thun ein.

1. Sprachbarrieren

Hervorzuheben sind Sprachbarrieren.

  • Diese gelten nicht nur für die Ansprache ausländischer Kunden, sondern auch für die Kommunikation in einem multinationalen Unternehmen. Das sind Unternehmen, die in mehreren Ländern tätig sind. Insbesondere lassen sich hier verbale und nonverbale Sprachbarrieren ausmachen, die in diesem Abschnitt noch näher behandelt werden.

Beispiel

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Durch wen und durch welche Rituale ein Gespräch initiiert werden darf (bspw. Smalltalk etc.), hängt stark von der jeweiligen Kultur des Landes der kommunizierenden Person ab.

  • Außerdem kann es verschiedene Regeln in der Gesprächsführung geben. So wird es von Kultur zu Kultur unterschiedlich angesehen, ob es als höflich oder unhöflich gilt, eine Person ausreden zu lassen, oder dieser in das Wort zu fallen und sie damit zu unterbrechen. 

  • Darüber hinaus gibt es insgesamt unterschiedliche Ansichten, z.B. ob Konflikte offen zum Thema gemacht werden oder nicht.

Beispiel

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In asiatischen oder arabischen Ländern ist es nicht üblich, Konflikte direkt und offen anzusprechen. Dadurch soll verhindert werden, dass Gesprächsbeteiligte ihr "Gesicht verlieren".

 

2. Zeitverschiebung

In multinationalen Unternehmen spielt die Zeitverschiebung eine bedeutende Rolle.

  • In diesen Fällen stellt sich die Frage, wie Arbeitstätigkeiten koordiniert werden können, wenn gleichzeitig beachtet werden muss, dass einige mitarbeitende Personen mit einer Zeitverzögerung von fünf Stunden ihre Arbeit beginnen und auch beenden?

 

3. Kulturelle Unterschiede

Weiterhin spielen kulturelle Unterschiede eine bedeutende Rolle.

  • Die Kommunikation zwischen Mitarbeitenden unterschiedlicher Länder kann schon allein aufgrund von kulturellen Unterschieden und einer andersartigen Erziehung fehlerbehafteter sein.

  • Dieser Aspekt ist insbesondere bei der sog. Machtdistanz relevant. Hier geht es nämlich darum, in welchem Maße, Entscheidungen an andere Stellen delegiert werden als auch ob und wie die, durch die Entscheidungen betroffenen Personen, eine Mitsprachemöglichkeit erwarten.

Beispiel

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Im Vergleich zu Deutschland und Österreich existiert in Frankreich und Japan eine tendenziell höhere Machtdistanz. Ist die Machtdistanz hoch, so sind die entsprechenden Organisationen stärker hierarchisch organisiert.

 

4. Verbale- und nonverbale Sprachbarrieren

Verbalen Sprachbarrieren (verbale Kommunikation):

  • Hierzu ist anzumerken, dass es beim Senden einer Botschaft darauf ankommt, wie die empfangende Person diese versteht, nicht etwa darauf, wie die sendende Person sie verstanden haben wollte. 

  • Wichtig ist also nicht, wie die sendende Person der Botschaft diese gemeint hat, sondern wie sie die empfangende Person letztendlich versteht und interpretiert.

Nonverbalen Sprachbarrieren (nonverbale Kommunikation):

  • Hierbei sind die kulturellen Unterschiede in Form von charakteristischen Sitten und Gebräuchen von Bedeutung.

  • Die Kultur eines bestimmten Landes entscheidet nämlich, welche Person ein Gespräch beginnen darf und ob gewisse Rituale beim Gesprächsbeginn greifen und ob generell kritisiert werden darf oder nicht. Solche Sitten und Gebräuche werden in verschiedenen Kulturen unterschiedlich gehandhabt.

Paraverbale Sprachbarrieren (paraverbale Kommunikation):

  • Neben den beiden vorherigen Sprachbarrieren ist auch die paraverbale Kommunikation hervorzuheben. Diese beschreibt, wie durch die Art der Artikulation, Lautstärke oder Pausen, die Bedeutung eines Inhaltes verändert werden kann.

Beispiel

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Setzt eine vortragende Person hinter jeden wichtigen Satz eine kleine Pause, so können Zuhörende die Informationen besser verarbeiten. Auch hier gibt es von Kultur zu Kultur gewisse Unterschiede in der Sprechweise.


Hier möchten wir bereits auf den Unterschied zwischen Moderation und Mediation eingehen. Wir verstehen unter einem Moderator und einer Moderatorin eine neutrale gesprächsleitende Person. Auf die Mediation werden wir an späterer Stelle noch expliziter zurückgreifen. 

Merke

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Moderatoren und Moderatorinnen leiten bspw. Gesprächsrunden oder Workshops.

 

Mediatoren und Mediatorinnen hingegen sind neutrale vermittelnde Personen zwischen Konfliktparteien.

 

Beispiel

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Im noch immer aktuellen Konflikt um den Bahnhof “Stuttgart 21“ ist ein Mediator tätig.

 

Das Kommunikationsmodell nach Schulz von Thun

Im Kommunikationsmodell nach Schulz von Thun geht es in zentraler Weise um die unterschiedlichen Möglichkeiten, wie eine empfangende Person einer gesendeten Botschaft, diese Nachricht verstehen kann. Dies kann eine empfangende Person über die folgenden vier Ebenen, die wie folgt definiert werden können:

  • Sachebene

    • Hier stehen Daten und Fakten im Vordergrund. Die Informationen müssen hierbei klar und verständlich sein.

 

  • Ebene der Selbstkundgabe

    • Diese Ebene beschäftigt sich mit der Frage, was die sendende Person mit der Botschaft sagen möchte.

 

  • Beziehungsebene

    • In dieser Ebene geht es prinzipiell darum, wie sich die empfangende Person der Botschaft behandelt fühlt.

 

  • Appellebene

    • Diese Ebene behandelt, was durch die Nachricht bei der empfangenden Person erreicht werden soll.

 


Das folgende Beispiel soll die Problematik ein wenig erhellen:

Beispiel

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Ein Paar aus Hanau, Selina und Sebastian sind beide Anfang 30 und seit sieben Jahren ein Paar. Selina ist der Auffassung, dass sie deutlich besser Auto fahre als ihr Freund Sebastian. Sebastian fährt mit seiner Freundin (die am Steuer sitzt) und sagt zu ihr: "Schau mal, die Ampel ist grün!".

In der soeben beschriebenen Situation kann das Gesagte im Rahmen des Kommunikationsmodells auf vier verschiedenen Ebenen verstanden werden.

  • Sachebene

    • Auf dieser Verständnisebene ist die Ampel tatsächlich gerade grün, da hier nur Daten und Fakten berücksichtigt werden. 

 

  • Selbstkundgabe

    • Hier geht es darum, was die sendende Person, also Sebastian, der empfangenden Person, also Konstantina, sagen möchte. Im Konkreten möchte Andreas betonen, dass er es eilig hat.

 

  • Beziehungsebene

    • Hierbei geht es darum, wie sich die empfangende Person durch die Nachricht behandelt fühlt. 

 

  • Appellebene

    • Sebastian sagt, dass Selina schneller fahren soll, damit die beiden die Ampel noch in der Grünzeit überqueren.

Merke

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Spricht ein Mensch zu einem anderen Menschen, so enthält jede Äußerung Informationen der Sachebene, der Ebene der Selbstkundgabe, der Beziehungsebene und der Ebene des Appels. Jedoch ist zu beachten, dass die Nachricht nicht nur geäußert, sondern auch verstanden werden muss. Dies bedeutet, dass die empfangende Person die Nachricht auch auf den verschiedenen Ebenen verstehen kann. Dabei kommt es sehr häufig zu Missverständnissen. Wie eine Nachricht verstanden wird, ist unter anderem, aber nicht nur von Sprachbarrieren und kulturellen Unterschieden abhängig.