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Einkommensteuer - Zinsen aus einfachen Forderungen

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Einkommensteuer

Zinsen aus einfachen Forderungen

Dies sind insbesondere die Zinsen aus Guthaben bei Kreditinstituten, Schuldscheindarlehen oder Zinsen aus Bausparguthaben. Lediglich dann, wenn der Schuldner für Zinserträge ein inländisches Kreditinstitut ist, ist der Zinsabschlag vorzunehmen. Das heißt im Umkehrschluss, dass Kredite zwischen Privatpersonen oder zwischen Unternehmen nicht von der Zinsabschlagssteuer betroffen sind. Die Höhe der Zinsabschlagssteuer beträgt 25 % des Kapitalertrags, wenn der Gläubiger die Steuern trägt (§ 43a I Nr. 3 EStG). Bei Tafelgeschäften hingegen beträgt der Satz 35 % (§ 44 I 4 Nr. 1 Buchst. a EStG) Doppelbuchstabe bb) i.V.m. § 43 a I Nr. 3 EStG). Unter einem Tafelgeschäft versteht man die Ausgabe von effektiven Stücken an den Anleger. Der Anleger legt für die Zahlung der Zinsen den jeweils fälligen Zinscoupon direkt bei der Bank vor und erhält die Zinsen bar ausgezahlt.

Beispiel

Der Steuerpflichtige H. aus München erzielt Zinseinnahmen, die er aus Forderungen gegenüber
a) dem Gewerbetreibenden Topf und
b) seiner inländischen Hausbank geltend macht.

Im Fall a) unterliegen die Zinsen aus den Forderungen nicht der Zinsabschlagsteuer, weil der Schuldner kein inländisches Kreditinstitut ist, sondern ein inländischer Gewerbetreibender.

Im Fall b) hingegen ist der Schuldner der Kapitalerträge ein inländisches Kreditinstitut. Die Kapitalerträge werden daher vom Zinsabschlag erfasst (§ 43 I 1 Nr. 7b EStG). Das inländische Kreditinstitut ist auszahlende Stelle und hat den Zinsabschlag in Höhe von 25 % (weil der Gläubiger die Steuer trägt) einzubehalten (§ 44 I 4 Nr. 2 EStG).

Für den Zinsabschlag gilt bei Einzelveranlagung ein Freibetrag in Höhe von 801 € (Sparerpauschbetrag). Bei Zusammenveranlagung von Ehegatten gilt ein Freibetrag von 1.602 € (§ 20 IX 2 EStG). Zusätzlich zu den bisher besprochenen Einnahmen aus Kapitalvermögen sind natürlich auch die Abzugsposten wichtig, d.h. die Werbungskosten. Hierzu gehören typischerweise

  • Bankspesen und Depotgebühren,
  • Fachliteratur,
  • Reisekosten zu Hauptversammlungen (R 20.1 II EStR).

Wenn die Einnahmen dem TeilEinkünfteverfahren unterliegen, so werden ebenfalls die damit zusammenhängenden Werbungskosten nur zu 60 % berücksichtigt (§ 3c II 1 EStG). Entscheidend hierbei ist ein wirtschaftlicher Zusammenhang, nicht ein zeitlicher Zusammenhang zwischen den Einnahmen und den Werbungskosten. Die Abzugsbeschränkung gilt deswegen unabhängig vom Periodenanfall. Dies bedeutet insbesondere auch, dass im Voraus bzw. im Nachhinein entstehende Werbungskosten von § 3c II EStG erfasst werden. Es gilt ein Sparerpauschbetrag von 801 € bei Einzelveranlagung bzw. 1.602 € bei Zusammenveranlagung (§ 20 IX 2 EStG). Es gilt daher insbesondere folgendes Schema zur Ermittlung der Einkünfte aus Kapitalvermögen:

Merke

Bruttoeinnahmen aus Kapitalvermögen
-    Werbungskosten     
=   Nettoeinnahmen aus Kapitalvermögen
-    Sparerpauschbetrag  
=   Einkünfte aus Kapitalvermögen.

Und zusätzlich gilt folgendes:

Merke

Auch hier ist selbstverständlich die Gültigkeit des Teileinkünfteverfahrens zu beachten, wenn die Beteiligung im Betriebsvermögen einer natürlichen Person liegt.

Beispiel

Kalle Sparolo, Arzt aus Trier, erzielt Zinseinnahmen aus der Anlage von Festgeld in Höhe von 5.000 €. Ihm sind keine Aufwendungen im Zusammenhang hiermit entstanden. Das Festgeld gehört zum

a) Betriebsvermögen, 

b) Privatvermögen.

Berechne den steuerpflichtigen Betrag.

a) Die Zinsen sind Betriebseinnahmen bei den Einkünften aus selbständiger Arbeit (§ 18 i.V.m. § 20 VIII 1 EStG, also Subsidiaritätsprinzip). Die gesamten Zinseinnahmen sind steuerpflichtig.

b) Es liegen Einkünfte aus Kapitalvermögen vor (§ 20 EStG). Die Werbungskosten liegen bei 801 €.

Merke

Selbst wenn die tatsächlichen Kosten bei 900 € oder 1.000 € liegen, darf nur 801 € abgezogen werden.

Die Einkünfte aus Kapitalvermögen liegen damit bei

EKKapitalvermögen = Einnahmen – Werbungskosten = 5.000 – 801 = 4.199 €.

Außerdem kann der Pauschbetrag aufgeteilt werden im Rahmen des Ehegattensplitting.

Beispiel

Fritz und Carla, verheiratet und zusammenveranlagt seit Jahren, haben folgende Brutto-Einnahmen aus Kapitalvermögen realisieren können: Fritz: 800 € Carla 5.000 €. Es werden keine Werbungskosten gesondert nachgewiesen.

Man rechnet folgendermaßen:

Positionen Fritz Carla
Brutto-Einnahmen 800 € 5.000 €
abzgl. Sparer-Pauschbetrag (1.602 € sind aufzuteilen) 800 € 802 €
Einkünfte aus Kapitalvermögen 0 € 4.198 €