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Finanzmanagement - Nominelle Kapitalerhöhung

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Finanzmanagement

Nominelle Kapitalerhöhung

Bei der nominellen Kapitalerhöhung (= Kapitalerhöhung aus Gesellschaftsmitteln) werden freie Rücklagen (also Teile der Kapitalrücklage oder der Gewinnrücklagen) in gezeichnetes Kapital umgebucht. Man spricht von der Ausgabe sog. Gratisaktien.

Expertentipp

Hier klicken zum AusklappenBesser ist allerdings, statt von Gratisaktien lieber von Berichtigungsaktien zu sprechen.

Beispiel

Hier klicken zum AusklappenDie Fritz - AG aus Siegen erhöht ihr Nominalkapital im Jahre 2006 in zwei Schritten auf 300 Mio. €. Zunächst werden in der ersten Jahreshälfte neue 5 € - Nennwertaktien zum Ausgabekurs von 80 € angeboten. Das Bezugsverhältnis liegt bei 10:1, der bisherige Börsenkurs war 150 €. Die neuen Aktien sollen für 2006 voll dividendenberechtigt sein. In der zweiten Jahreshälfte erfolgt eine Kapitalerhöhung aus Gesellschaftsmitteln, die Berichtigungsaktien stehen den Aktionären im Verhältnis 11:1 zu und sind ebenfalls für 2006 voll gewinnberechtigt.

a) Wie lautet der rechnerische Wert des Bezugsrechts nach der ersten und der zweiten Kapitalerhöhung?

b) Welcher rechnerische Börsenkurs ergibt sich nach den beiden Kapitalerhöhungen?

c) Wie hoch war das gezeichnete Kapital vor den beiden Kapitalerhöhungen?

Expertentipp

Hier klicken zum AusklappenOft ist es besser, so wie hier auch, die Aufgabenstellung b) vor der a) zu lösen.

b) Man errechnet zunächst die Börsenkurse, weil das Bezugsrecht (Aufgabe a) dann auf zwei unterschiedliche Arten ermittelt werden kann. Der Börsenkurs nach der ersten Kapitalerhöhung ist

$\ MK_1= (b·K_a + K_n)/(b + 1)$ = (10·150 + 80)/(10 + 1) = 143,64 €.

Bei der zweiten Kapitalerhöhung ist der alte Kurs gleich dem Mischkurs nach der ersten Kapitalerhöhung, also 143,64 €. Man kalkuliert daher

$\ MK_2$ = (11·143,64 + 0)/(11 + 1) = 131,67 €.

Merke

Hier klicken zum AusklappenDer Emissionskurs einer Gratisaktie ist stets gleich 0, d.h. $\ K_n$ = 0 € für eine Berichtigungsaktie.

a) Der Wert des Bezugsrechts ist für die ordentliche Kapitalerhöhung

$\ BR = K_a– MK$ = 150 – 143,64 = 6,36 €.

Die Kontrollrechnung mit der Formel $\ BR = (K_a - K_n)/(b + 1)$ = (150 – 80)/(10:1 + 1) = 6,36 € ergibt dasselbe Ergebnis. Bei der Kapitalerhöhung aus Gesellschaftsmitteln rechnet man $\ BR = K_a - MK$ = 143,64 – 131,67 = 11,97. Auch die andere Formel liefert dasselbe Ergebnis, denn (143,64 – 0)/(11:1 + 1)= 11,97 €.
 

c) Die genaue Anzahl der alten als auch der neuen Aktien ist bei jeder der beiden Kapitalerhöhungen jeweils unbekannt. Dies ist aber unerheblich, denn man rechnet mit den Verhältnissen und nicht mit den genauen Anzahlen.

Das gezeichnete Kapital beträgt nach der zweiten Kapitalerhöhung 300 Mio. €. Aufgeteilt auf „zwölf Aktien“, erhält man also 25 € pro Aktie. Da vorher „elf Aktien“ existieren, macht dies also 275 Mio. € Nennkapital vor der zweiten Kapitalerhöhung.

Nach der ersten, aber vor der zweiten Kapitalerhöhungbeträgt das Nennkapital also 275 Mio. €. Bezogen auf elf Aktien ergibt dies also 25 € pro Aktie. Da aber zehn Aktien vor der ersten Kapitalerhöhung im Umlauf sind, beträgt das Nominalkapital vor der ersten Kapitalerhöhung dann 250 Mio. €.

Beispiel

Hier klicken zum AusklappenGib an, ob die folgenden Aussagen zu einer Kapitalerhöhung aus Gesellschaftsmitteln richtig oder falsch sind.

Die Trulla AG führt eine Kapitalerhöhung aus Gesellschaftsmitteln im Verhältnis 4:1 durch. Infolgedessen...

a) nimmt das Eigenkapital der Unternehmung zu.

b) erhöht sich das gezeichnete Kapital der Trulla-AG um 25 %.

c) wird die Liquidität der Trulla-AG nicht beeinflusst.

a) Falsch. Das Eigenkapital der emittierenden Unternehmung nimmt nicht zu, denn eine Eigenkapitalposition (Kapitalrücklagen oder Gewinnrücklagen) werden vermindert, eine andere Eigenkapitalposition (das gezeichnete Kapital) erhöht. Insgesamt verändert sich das Eigenkapital gerade nicht.

b) Richtig. Das gezeichnete Kapital erhöht sich um 25 %, denn das Bezugsverhältnis beträgt 4:1.

c) Richtig. Die Liquidität wird nicht beeinflusst, da es bei einer nominellen Kapitalerhöhung gerade nicht zu einem Zufluss liquider Mittel kommt. Es erfolgt lediglich eine Umbuchung freier Rücklagen in gezeichnetes Kapital (= Passivtausch).