Bei Devisenoptionsgeschäften handelt es sich um eine Variante der Devisentermingeschäfte. Sie bieten die Möglichkeit, sich gegen Kursrisiken abzusichern.
Hierbei hat der Optionsinhaber das Recht (die Option), einen bestimmten Währungsbetrag zu einem vereinbarten Kurs (Basispreis, strike price) an oder bis zu einem festgelegten Tag (expiration date) zu kaufen oder zu verkaufen. Kann die Option nur am Fälligkeitstag ausgeübt werden, spricht man von einer europäischen Option; kann sie während der gesamten Laufzeit jederzeit ausgeübt werden, von einer amerikanischen Option. Man unterscheidet Kaufoptionen (Calls) und Verkaufsoptionen (Puts).
Bei einer Kaufoption hat der Inhaber das Recht, aber nicht die Pflicht, einen bestimmten Devisenbetrag während der Optionsfrist zu einem vorher festgelegten (!) Kurs (Basispreis) abnehmen zu können. Für dieses Recht zahlt der Inhaber die sog. Optionsprämie. Durch die Option kann ein Importeur sich gegen Kursschwankungen absichern, denn ein bestimmter Betrag in Devisen, den er in der Zukunft leisten muss, lässt sich in der Zukunft zu einem Euro-Betrag anschaffen, den er heute schon durch die Devisenoption vereinbaren kann.
Bei einer Verkaufsoption hat der Inhaber das Recht, aber nicht die Pflicht, einen bestimmten Devisenbetrag während der Optionsfrist zu einem vorher festgelegten (!) Kurs (Basispreis) verkaufen zu können. Hierdurch kann sich ein Exporteur gegen Kursschwankungen absichern, denn den Betrag, den er in der Zukunft in fremder Währung erhält, kann er dann in einen heute vereinbarten Euro-Betrag umtauschen.
Als Gegenleistung für das Wahlrecht muss der Optionsinhaber an den Vertragspartner eine Prämie (Optionsprämie) zahlen, und zwar im Voraus. Die Prämie ist in jedem Fall verloren, auch wenn die Option nicht ausgeübt wird. Hinzu kommt das Risiko, dass der Vertragspartner ausfällt. Im Gegenzug kann der Optionsinhaber von einer günstigen Kursentwicklung voll profitieren: Ist der Kassakurs bei Fälligkeit günstiger als der Basispreis, lässt er die Option verfallen und tauscht zum Kassakurs.
Börsengehandelte Optionen können während der Laufzeit verkauft werden; Optionen mit der Hausbank werden meist bis zur Fälligkeit gehalten.
Merke
Ein Devisenoptionsgeschäft ist ein bedingtes Termingeschäft, da es nicht erfüllt werden muss, sondern erfüllt werden kann. Ein Devisentermingeschäft hingegen ist ein unbedingtes Termingeschäft, denn es muss erfüllt werden.
Einen durchgerechneten Vergleich beider Instrumente enthält der Lerntext „Vergleich Devisentermingeschäft und Devisenoption“.
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