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Konzernbilanz nach Handelsrecht - Grundlagen der Konzernbilanzierung

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Konzernbilanz nach Handelsrecht

Grundlagen der Konzernbilanzierung

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Im ersten Kapitel erklären wir zunächst die unterschiedlichen Arten von Konzernen. Danach gehen wir auf die Aufgaben des Konzernabschlusses ein, um schließlich die Theorien zu beleuchten, nach denen ein Konzernabschluss erstellt wird.

Arten von Konzernen

Grundsätzlich liegt ein Konzern dann vor, wenn mehrere Unternehmen unter einheitlicher Leitung zusammen gefasst sind. Je nach Unterscheidungsmerkmal differenziert man unterschiedliche Konzerne:

  • Verhältnis der Konzernunternehmen

    • Unterordnungskonzern

    • Gleichordnungskonzern

  • Art des Zusammenschlusses

    • faktischer Konzern

    • Vertragskonzern

  • Produktionsstufe der Konzernunternehmen

    • horizontaler Konzern

    • vertikaler Konzern

    • anorganischer/lateraler Konzern

  • Stufen der Beteiligung

    • einstufiger Konzern

    • mehrstufiger Konzern.

Bei einem Unterordnungskonzern leitet eine Obergesellschaft den Konzern. Das heißt ein Unterordnungskonzern liegt vor, wenn ein herrschendes Unternehmen und ein oder mehrere abhängige Unternehmen unter der einheitlichen Leitung des herrschenden Unternehmens zusammen gefasst sind (§ 18 I AktG). Die Unternehmen eines Gleichordnungskonzern hingegen stehen sich gleichrangig gegenüber, hier gibt es kein herrschendes Unternehmen (§ 18 II AktG).

Ein faktischer Konzern liegt vor, wenn zwischen dem herrschenden und dem/den abhängigen Unternehmen kein Beherrschungsvertrag geschlossen wurde. Die Voraussetzung für die Konzerneigenschaft liegt in diesem Fall in § 17 II AktG. Demnach ist auch dann von einem Unterordnungskonzern auszugehen, wenn das herrschende Unternehmen eine Beteiligung von mehr als 50 % an dem abhängigen Unternehmen besitzt. Bei einem Vertragskonzern muss zwischen den Konzernunternehmen ein Beherrschungsvertrag nach § 291 I AktG geschlossen werden.

Merke

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Faktisch werden lediglich Unterordnungskonzerne zur Konzernrechnungslegung verpflichtet.

Ein horizontaler Konzern liegt vor, wenn alle Unternehmen des Konzerns auf einer Stufe der Wertschöpfungskette tätig sind. Bei einem vertikalen Konzern hingegen sind die Unternehmen des Konzerns auf verschiedenen Stufen der Wertschöpfungskette tätig und haben so die Möglichkeit die Wertschöpfungskette zu kontrollieren. Bei anorganischen/ lateralen Konzernen kommen die Unternehmen aus verschiedenen Branchen. Es werden differenzierte, nicht unmittelbar miteinander verbundene Geschäfte betrieben.

Aufgaben des Konzernabschlusses

Der Konzernabschluss umfasst im Falle der Beherrschung Einzelabschlüsse rechtlich selbstständiger, allerdings wirtschaftlich abhängiger und dominierter Unternehmen. Ein Einzelabschluss hat eine

  • Informationsfunktion und eine

  • Zahlungsbemessungsfunktion.

Die Informationsfunktion informiert die Öffentlichkeit über die Lage der Unternehmung.

Die Zahlungsbemessungsfunktion dient sowohl den Eignern der Unternehmung als auch dem Staat, genauer gesagt dem Fiskus, seine Ansprüche zu formulieren.

Der Konzernabschluss hingegen hat einzig und allein die Aufgabe, ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage einer geschlossenen Gruppe rechtlich selbstständiger Unternehmen zu vermitteln (§ 297 II 2 HGB).

Merke

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Der Konzernabschluss hat also lediglich eine Informationsfunktion, nicht jedoch eine Zahlungsbemessungsfunktion.

Dies folgt aus dem Punkt, dass der Konzern nicht als Rechtsperson existiert und also auch nicht Träger von Rechten und Pflichten sein kann. Die Ansprüche werden aus den Einzelunternehmen gezogen, nicht aber aus dem Konzernverbund.

Einheitstheorie und Interessentheorie

Im Rahmen der Konzernbilanzierung ist die

  • Einheitstheorie und die

  • Interessentheorie wichtig

Die Einheitstheorie

Die Einheitstheorie stellt die Forderung, dass „im Konzernabschluss die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der einbezogenen Unternehmen so darzustellen ist, als ob diese Unternehmen insgesamt ein einziges Unternehmen wären“ (§ 297 III 1 HGB).

Man tut also so, als seien die einzelnen Konzernunternehmen lediglich Organe eines größeren, übergeordneten Unternehmens, nämlich des Konzerns.

Dies bedeutet, dass z.B. innerbetriebliche Verflechtungen, genauer gesagt innerkonzernliche Verflechtungen, nicht zu Erfolgsvorgängen oder zu innerbetrieblichen Forderungen und Verbindlichkeiten führen dürfen. Es sind daher im Rahmen der Konsolidierung u.a. innerbetriebliche Schulden und innerbetriebliche Verbindlichkeiten zu eliminieren.

Genauso sind Umsätze des einen Konzernunternehmens, die dieses zulasten anderer Konzernunternehmen getätigt hat, nicht als Erfolg auszuweisen.

Schließlich ist die Beteiligung bei der Mutter und das Eigenkapital bei der Tochter im Rahmen einer Kapitalkonsolidierung zu eliminieren.

Auf die einzelnen Schritte der Konsolidierung gehen wir jedoch in den folgenden Kapiteln noch genauer ein.

Die Interessentheorie

Im Gegensatz zur Einheitstheorie versteht die Interessentheorie den Konzernabschluss als erweiterten Abschluss der Mutter. Dieser (also der Abschluss) hat den Interessen der Mutterunternehmung zu dienen und soll den Anteilseignern das Vermögen als auch das Kapital zeigen, das den Besitzern der Mutter zuzurechnen ist.

Merke

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Die Interessentheorie findet ihre Ausprägung in einer Quotenkonsolidierung, Nettokonsolidierung oder anteilmäßigen Konsolidierung, das Vermögen und das Kapital der Tochter werden also entsprechend dem Beteiligungsgrad ausgewiesen.

Von Nachteil ist, dass der Konzernabschluss nach der Interessentheorie keinen Einblick in die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns als wirtschaftlicher Einheit geben kann.

Merke

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Weitgehend folgt das HGB der Einheitstheorie und nicht der Interessentheorie (§ 297 III HGB).