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Internes Kontrollsystem

Weitere Kennzahlen

Wir unterscheiden weitere Kennzahlen, die ebenfalls wichtig im Rahmen eines internen Kontrollsystems sind. Sie sind Teil der Berichterstattung und dürfen nicht isoliert betrachtet, sondern sollten stets zu einem Gesamtbild zusammengefügt werden. Wir unterscheiden zum Beispiel, aber nicht nur,

Personalrisiken

Zur quantitativen Erfassung der Personalrisiken kann z.B. die Fluktuationsrate oder die Ausfallzeiten berechnet werden. 

  • $\ Fluktuationsrate={Anzahl  Personalabgänge \over Zahl  der  Mitarbeiter} \cdot 100 $

  • $\ Ausfallzeiten ={Ausfallzeiten  in  Stunden \over Sollstunden} $

Technische Risiken

Zu den technischen Risiken gehört die Stillstandsquote. Diese berechnet sich als:

$\ Stillstandsquote ={Stillstandszeiten  in  Stunden \over Sollstunden} \cdot 100 $

Risiken des Anlagevermögens

Zu den Risiken des Anlagevermögens zählen wir, dass Bestandteile des Anlagevermögens durch einen Katastrophenschaden kaputt gehen. Zum Beispiel ließe sich hier die Kennzahl der Quote der höheren Gewalt festlegen als:

$\ Quote  höherer  Gewalt = {Anzahl  der  Katastrophenschäden \over Jahr} \cdot 100 $

Beispiel

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Im April 2017 erwirbt die X AG aus Bochum eine hochwertige Maschine zur Produktion neuer Güter. Aus dem Verkauf dieser Güter verspricht sich die Unternehmung hohe Deckungsbeiträge. Im Dezember 2017 wird die Maschine durch einen Brand vollkommen zerstört. Wegen einer falschen Behandlung verweigert die Versicherung erfolgreich eine Schadenersatzzahlung.

Absatzrisiken

Das Absatzrisiko lässt sich z.B. durch die Auftragsreichweite quantifizieren.

$\ Auftragsreichweite = {Auftragsbestand \over Umsatz  des  Vorjahres} \cdot 365 $

Zahlungsrisiken

Zu den Zahlungsrisiken zählen die

  • Ausfallquote als auch die

  • Bonität der Kunden.

Die Ausfallquote berechnet sich als:

$\ Ausfallquote = {uneinbringliche  Forderungen \over gesamte  Forderungen} \cdot 100 $

Finanzierungsrisiken

Schließlich haben wir bei den Finanzierungsrisiken die

Die Fremdkapitalquote berechnet sich als:

$\ Fremdkapitalquote = {Fremdkapital \over Gesamtkapital} \cdot 100 $

Es geht hierbei z. B. um den Verschuldungsgrad einer Unternehmung. Dieser lässt sich bestimmen als Verhältnis des Fremdkapitals zum Eigenkapital:

$\ Verschuldungsgrad = {Fremdkapital \over Eigenkapital} $

Beispiel

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Die Unternehmung A hat ein Eigenkapital von 1 Mio. € und ein Fremdkapital von 3 Mio. €.

Der Verschuldungsgrad liegt dann bei 3 Mio. €/1 Mio. € = 3.

Der Verschuldungsgrad wäre nicht sehr interessant, wenn er nicht insbes. Anwendung bei der Errechnung der Eigenkapitalrentabiltät (= Eigenkapitalrendite) fände.

Eigenkapitalrendite

Man kann die Eigenkapitalrendite berechnen mit

  • der Definition und

  • der Leverage-Formel.

Man erhält stets dieselben Ergebnisse. egal ob man mit der Definition der Eigenkapitalrendite oder mit der Leverage-Formel rechnet.

Über die Definition berechnet sich die Eigenkapitelrendite als: 

$\ EKR = {Jahresüberschuss \over Eigenkapital} $

Mithilfe des Verschuldungsgrades (oder der Leverage-Formel) lässt sie sich allerdings auch berechnen als:

$\ EKR = GKR + {FK \over EK} \cdot (GKR – s) $

Hierbei bezeichnet GKR die Gesamtkapitalrentabilität. Diese berechnet sich als:

$\ GKR = {JÜ + FKZ \over EK + FK} $

"s" bezeichnet den Sollzinssatz.

Merke

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Der Sollzinssatz s ist nicht zu verwechseln mit den Fremdkapitalzinsen FKZ. Es besteht die Relation FKZ = s·FK, d.h. die gezahlten Fremdkapitalzinsen FKZ sind das Produkt aus Sollzinssatz s und dem Fremdkapital FK.

Beispiel

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Die A-GmbH hat einen Kredit aufgenommen von 1.000 €. Der Sollzins liegt bei 8 %.

Wie hoch sind die Fremdkapitalzinsen?

Der Sollzinssatz s ist s = 8 % = 0,08, das Fremdkapital FK bei FK = 1.000 €. Die gezahlten Sollzinsen sind dann

$\ FKZ = FK \cdot s = 1.000 \cdot 0,08 = 80  €. $

Leverage-Effekt

Methode

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LAMBERT-REGEL BEDEUTUNG LEVERAGE-EFFEKT FÜR RISIKO:

Es geht bei dem Leverageeffekt insg. also um das Risiko, dass auf die Eigenkapitalrendite fällt, wenn die Verschuldung steigt, weil die Gesamtkapitalrendite kleiner ist als der Fremdkapitalzinssatz (dass also ein negativer Hebel vorliegt).

Man spricht im Zusammenhang mit dem Leverage-Effekt vom

  • positiven Hebel

    • GKR > s

    • steigender Verschuldungsgrad führt zu steigender Eigenkapitalrentabilität und vom

  • negativen Hebel

    • GKR < s

    • steigender Verschuldungsgrad führt zu fallender Eigenkapitalrentabilität.

Methode

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Trotzdem liefert die Leverage-Formel bessere Einblicke u. a. in den Grund, warum die Eigenkapitalrenditen unterschiedlich sind. Beide Unternehmen, also Adalbert und Berta, haben identische Gesamtkapitalrenditen, nämlich 25 %. Beide sehen sich einem identischen Fremdkapitalzins ausgesetzt, nämlich 8 %. Der einzige Unterschied zwischen den beiden ist ihr Verschuldungsgrad. Adalbert ist stärker verschuldet als Berta und erwirtschaftet also den Gewinn mit fremdem Geld. Da der Fall des positiven Hebels vorliegt, hat Adalbert daher die höhere Eigenkapitalrendite.